Eigentlich müsste ich glücklich sein

PsychosomatBlogbeitrag von Nana Schewski, Gesundheitspädagogin M.Sc., Heilpraktikerin für Psychotherapie

Ich habe alles um glücklich zu sein, warum bin ich es nicht? – fragt sie mich. Finanziell sorglos, Kinder schon aus dem Haus, fürsorglicher Ehemann, „ich habe alles, aber ich kann das Leben nicht genießen!“ Wo liegt das Problem? Sie hat körperliche Beschwerden ohne Befund – sog. psychosomatische Beschwerden.

Wir stellen uns vor, da kommt ein Baby zur Welt: winzig, hilflos, abhängig, mit Bedürfnissen und schon mit eigener Persönlichkeit und Geschichte. Es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit dieses Baby später als Erwachsener sein Leben erfüllend und toll findet.

Ein wichtiger Faktor ist die Stimmung im Elternhaus. Ein Baby wird nicht fröhlich sein, wenn um es herum gedrückte Stimmung herrscht. Es nimmt alles auf, das Elternhaus ist seine Welt.

Ich habe einmal eine Person kennengelernt, bei der mir ihre schwere Ausstrahlung auffiel. Im Gespräch, nachdem sie von meinem Beruf erfuhr, erzählte sie mir, dass Ihr Vater lange unter Depressionen litt und sein Leben mit Selbstmord beendete. Die Tochter litt ebenfalls lebenslang unter ihrer eigenen gedrückten Stimmung und Freudlosigkeit, ohne für sie erkennbaren Grund.

Unser Elternhaus formt uns und es ist sehr schwer oder sogar unmöglich, seinem Einfluss zu entfliehen, weil wir in unserer Kindheit von den Eltern sehr abhängig sind und viele Prägungen alternativlos übernehmen. Wir müssen sie annehmen um zu überleben. Ein Baby/Kleinkind weiß ganz genau, dass es sich die Zuwendung der Eltern sichern soll.

Später wollen viele von uns bewusst alles anders machen als die Eltern, um dem Nachwuchs das selbst erlebte Leiden zu ersparen, aber das Unbewusste ist oft einfach stärker als unser Verstand. „Mein Gott, ich rede schon wie meine Mutter“. – Dieser bekannte Satz ist ein klares Beispiel für unsere Hilflosigkeit gegenüber den mächtigen frühkindlichen Prägungen.

Jedes menschliche Wesen kommt mit einem bestimmten Potential zur Welt. Wieweit es dieses Potential entfalten kann und seinen eigenen Weg im Leben findet, ist sehr vom Zusammenspiel seines Wesens mit den Einstellungen/Handlungen der Eltern abhängig. Harmonieren diese Faktoren, dann hat das Kind ein großes Los gezogen, wenn nicht, dann entstehen Konflikte. Das Zusammenspiel dieser Faktoren entscheidet auch, ob das Kind einen stillen oder lauten Protest wählt, um seine Bedürfnisse durchzusetzen.

Aber egal wie es kommt, es ist in diesen Konflikten eine abhängige hilflose Partei. Daher wird der Konflikt beim Kind irgendwann ins Unterbewusstsein verlagert und dann oft durch Beschwerden/Krankheiten auf körperlicher Ebene zum Ausdruck gebracht. In diesem Fall entsteht ein inneres Muster zur seelischen Entlastung des Kindes und zur Verbesserung der Beziehung zu den Eltern. In der Fachliteratur nennt man das den primären und sekundären Krankheitsgewinn.

Ein krankes Kind bekommt mehr Zuwendung und Nachsicht, und sein Zustand verändert die Beziehung zwischen Eltern und Kind wenigstens vorübergehend. Dieses Reaktionsmuster ist hilfreich für das Kind während seiner Abhängigkeit von den Eltern, es schont das Kind und dient seinem Überleben. Hierbei entstehen Glaubenssätze, die das Leben des Kindes für immer prägen werden.

Das Problem ist, dass dieses verinnerlichte Reaktionsmuster das Kind auch im späteren Erwachsenenalter begleiten wird. Das wirkt wie ein Programm, getriggert/ausgelöst durch „etwas“ läuft es automatisch ab. Dieses „etwas“ kann aus jetzigem Blickwinkel eine Lappalie oder sogar noch nicht mal wahrnehmbar sein. Und das alles passiert jetzt ohne Eltern, sie können sogar verstorben sein.

Diese ungünstigen Programme in uns wirken wie Glut unter der Asche und belasten unsere körperliche und psychische Gesundheit, unser Wohlbefinden. Sie kosten uns viel Energie. Ohne dass unser Bewusstsein es merkt, können sie schnell Feuer verursachen, in dem unsere Stimmung und unser Wohlbefinden verbrannt werden. Damit sind plötzliche, angeblich aus heiterem Himmel kommende Beschwerden gemeint. Wiederholende Beschwerden ohne organischen Befund sind oft Zeichen dafür, dass ein innerer Konflikt hochgekommen ist und gelöst werden soll.

Daher ist es in unserem Interesse, die Programme zu erkennen, die verletzten inneren Teile zu heilen und zu integrieren. Dieser Prozess ist auch ein sehr wichtiger und interessanter Schritt in unserer Persönlichkeitsentwicklung. Er gibt uns die Möglichkeit, unseren inneren Kern kennenzulernen, das Kind in uns lieben zu lernen und uns endlich stimmig, innerlich gefestigt, vereint und leicht zu fühlen. Die Leichtigkeit kommt, wenn wir all das abstreifen, was uns aufgezwungen wurde, was nicht zu uns gehört und schon lange nicht mehr passt.

Viele Menschen wagen diesen Schritt nicht, weil sie Angst davor haben, ihr Bild von den Eltern zu zerstören, besonders wenn die Eltern in gebrechlichem Alter sind. Mein Schreiben und Wirken ist keine Anklage gegen Eltern. Sie haben gemacht, was sie damals für richtig hielten oder was sie damals machen konnten. Aber ohne, dass wir unsere Augen auf die Wahrheit richten, können wir nicht vorankommen. Es kann auch nicht im Interesse der Eltern sein, dass die damals entstandenen Programme uns das Leben schwer machen und unsere Gesundheit und unser Wohlergehen gefährden.

Also habe den Mut in Deinem einzigartigen Leben, Deiner Einzigartigkeit neu zu begegnen, ohne Vorurteile, ohne Bedingungen! Mach es für Dich, für Deine Nahestehenden, für die bessere Welt um Dich herum.

Wenn wir unser Herz für das damals unter Druck stehende Kind öffnen und es trösten und annehmen, dann sind wir wahrlich in der Lage, unserem Mitmenschen mehr Herzenswärme und Verständnis entgegen zu bringen.

Es ist ein Prozess, keine Blitz -Transformation über Nacht, es ist ein besonderer Weg zu Dir selbst, auf dem Du vieles Interessantes über Dich und Deine Familie entdeckst. Der erste Schritt in diesem Prozess ist: Entscheide Dich und sage JA zu diesem Prozess!

Wenn Du Dich von mir dabei begleiten und unterstützen lassen möchtest, dann schreibe mir eine Email, buche ein Gespräch oder rufe mich einfach an.

Oder schaue um Dich herum und finde Deine Vertrauensperson, die Dir helfen kann, diesen wertvollen Weg zu gehen. Dieser Prozess kann nicht allein und auch nicht nebenbei gemacht werden. Dein starker Wille und Deine Hingabe sind unabdingbar für die Ergebnisse, die Dich glücklich machen werden.

Ich wünsche Dir von Herzen ein gutes Gelingen!

Herzlichst, Nana

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Dieser Beitrag passt zum Thema: Krank durch innere Anspannung

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