Krank durch innere Anspannung

Nana Schewski, Gesundheitscoach M.Sc., Heilpraktikerin für Psychotherapie

Wie wird man psychisch und körperlich krank? Wie entsteht eine Krankheit? Und wie kann ich Krankheiten vermeiden? Oder wenn sie schon da sind, was führt zur Heilung? Diese Fragen haben mich in meiner Kindheit/Schulzeit intensiv beschäftigt.

Der Grund waren an erster Stelle die Ängste meiner Mutter, irgendwelche heimtückische Krankheit zu bekommen. Sie konnte anscheinend ihre Sorgen nicht bewältigen, sodass ich als älteres und ruhiges Kind ihre Befürchtungen zu spüren und auch erzählt bekam. Das jagte mir damals sehr viele Ängste ein, ich bin mehrmals nachts weinend aufgewacht mit den verzweifelten Gedanken, was mit mir sein würde, wer würde für mich sorgen, wenn meine Mama nicht da wäre. Die Vorstellung, dass meine wichtigste Bezugsperson an einer Krankheit sterben könnte, war sehr schmerzhaft und fast unerträglich für mich. Mein Leiden war still, meine Eltern haben nichts davon mitbekommen.

In meiner nachdenklichen Art beobachtete ich zudem, dass viele Erwachsene um uns herum oft Ängste und Sorgen um ihre Gesundheit hatten. Das alles wurde auch dadurch verstärkt, dass meine Mutter und viele Verwandte und Bekannte im einzigen örtlichen Krankenhaus arbeiteten, das gerade neben uns lokalisiert war. Ich konnte dem Thema gar nicht ausweichen.

Positive Seite dieser Geschichte war, dass meine Mutter lange lebte und dies ohne all die Krankheiten, vor denen sie große Angst hatte. Und meine Sensibilisierung und Beobachtung hinsichtlich Krank- und Gesundseins wurde geweckt und begleitet mich seither intensiv, obwohl ich ja später eine völlig andere Richtung – Wirtschaftswissenschaften studierte.

Jahrzehnte später, schon in Deutschland lebend, ging ich zur Berufsberatung im damaligen Arbeitsamt. Der Grund war, dass mein Studium und auch mein in der Sowjetunion erworbener akademischer Grad nicht anerkannt wurden. Man schrieb mir, ich dürfe ja neu studieren. Ich war ratlos und habe zur Orientierung ein Berufsberatungsgespräch beantragt.

Nachdem ich dem freundlichen Berater das Schreiben des Ministeriums über die Nicht-Anerkennung meiner Zeugnisse vorzeigte, fragte er mich unmittelbar: Was würden Sie gerne beruflich tun wollen? Die Frage überraschte mich, ohne viel nachzudenken hörte ich mich sagen: Ja, gerne würde ich etwas machen, was mit der Erhaltung der Gesundheit zu tun hat. Und dann sagte der gute Mann, dass es an der örtlichen Universität einen neuen Studiengang gäbe – ein Magisterstudium zur Gesundheitspädagogik. Ich sollte meine Unterlagen und Sprachzertifikat prüfen lassen. Er gab mir die Adresse und nach einigen Monaten fing eine neue berufliche Phase in meinem Leben an.

Schon in den Monaten vor dem Beginn des Studiums begann ich Bücher aus dem Bereich „Gesundheit“ aus der Universitätsbibliothek auszuleihen und zu lesen. Es gab darunter sehr interessante Bücher über Psychosomatik, die mich nicht nur in meiner inneren Haltung bestätigten, sondern noch einen tieferen Einblick ermöglichten: Ungelöste innere Konflikte können nebst anderen Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entstehung der psychischen und körperlichen Krankheiten und Beeinträchtigungen spielen. So fing alles an.

Heute, nach langjähriger beruflicher und persönlicher Erfahrung würde ich es so sagen:

Durch ungelöste Konflikte entstehen innere Anspannungen im Alltag, die je nach Dauer, Disposition und individuelle Gegebenheiten zu unterschiedlichen psychischen und körperlichen Beschwerden/Krankheiten führen.

Vereinfacht lässt es sich anhand der folgenden Geschichte darstellen: ⇓

Marina hatte eine behütete Kindheit, nichts fehlte ihr, nur ihre Eltern hatten die Erwartung, dass sie als Kind bestimmte Sachen gut kann. Diese Erwartung konnte Marina nicht immer erfüllen. Sie wurde nie geschlagen oder angeschrien, aber die Blicke und Körpersprache der Eltern verrieten deutlich deren Unzufriedenheit. Es gab auch Lob, aber in einer Form, dass es den Druck auf das Kind noch mehr erhöhte.

In der Therapie später entdeckte sie, dass sie als Kind oft freudlos, angespannt und frustriert war. Rückblickend sah sie sich verbissen bemüht um die Gunst der Eltern, und das strengte sie sehr an.

Als Erwachsene bekam Marina andauernde Beschwerden und Beeinträchtigungen, darunter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, innere Unruhe.

In der Therapie lernte sie in sich hineinzuhorchen, dem eigenen Körper in der Stille zu lauschen und seine Sprache zu verstehen. Irgendwann in diesem Prozess wurde ihr klar, dass sie im Alltag auch bei einfachen Tätigkeiten oft sehr angespannt war. Egal was sie machte, versuchte sie, den eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Für ihre Art bekam sie viel Anerkennung von außen, aber sie selber war innerlich nicht zufrieden.

Sie versuchte in der Therapie zu lernen, ihr eigenes Tempo zu entschleunigen und zu akzeptieren, dass etwas liegen gelassen werden darf. Sie bemühte sich zugunsten Ihrer Gesundheit die richtigen Prioritäten zu setzen und das gelang ihr am Anfang nicht gut: Weil sie innerlich unzufrieden war, weil sie das Gefühl hatte nicht gut genug, nicht gescheit genug, nicht schnell genug zu sein.

Es sah so aus, als würde sie ihren Eltern weiter gefallen wollen, obwohl sie nicht mehr am Leben waren.

Die Erkenntnis war, dass ein Teil in ihr die hohen Erwartungen der Eltern so verinnerlicht hatte, dass Marina als Erwachsene sich selbst unbewusst ständig unter Druck setzte. Das lief als ein inneres Programm bei ihr automatisch ab. 

Die Gefühle und Erfahrungen der Kindheit mit der Strenge und den hohen Erwartungen der Eltern haben Marina´s Leit-Glaubenssätze geprägt: Ich genüge nur, wenn ich mich sehr anstrenge; Ich darf keine Fehler machen; Ich muss stets aufpassen und sichergehen, dass alle um mich herum zufrieden sind.

Ständiger Aufpass- und Bereitschaftsmodus führte zu andauernden Anspannungen im Körper.

Durch Achtsamkeitsübungen und Körperreisen wird es ihr klar: Unterkiefer, Nacken, Schulter, Beine sind andauernd unnötig angespannt. Auch im Ruhezustand kann sie diese Anspannungen nicht richtig loslassen.

Sie lernt Übungen und Methoden und stellt erfreut fest, dass die bis jetzt unerklärlichen Schmerzen nachlassen, weniger werden und sie ein anderes, viel besseres Körpergefühl hat. Die schnellen positiven Ergebnisse beflügeln sie weiter zu machen.

Sie hat auch verstanden, dass, solange ihre Leit-Glaubenssätze sie aus dem Unbewussten heraus lenken und steuern, sie es nicht leicht haben wird, den inneren Autopilot auszutricksen. Um diese destruktiven Glaubenssätze zu verändern/transformieren, brauchen sie und Ihre Therapeutin eine gelungene Kommunikation mit ihrem Unterbewusstsein. Dafür gibt es Wege und Methoden, die in die Tiefe gehen.

Ähnlich wie Marina produzieren viele Menschen täglich unnötige Spannungszustände und belasten ihren Körper, weil sie sich innerlich beschämt, genervt, zurückgewiesen und nicht akzeptiert/geliebt/anerkannt/wertgeschätzt fühlen. Dieser Prozess läuft meistens unbewusst.

Mache ihn bewusst, indem Du Deine innere Verletzlichkeit unter die Lupe nimmst – den Link zur Anleitung findest Du am Ende des Blogbeitrags.

Wenn der Patient/Klient lernt, die eigenen Gefühlsregungen und die damit verbundenen Körperhaltungen wahrzunehmen, wird ihm sein verinnerlichtes Reaktionsmuster klar.

Die inneren Anspannungen führen dazu, dass wir schlecht schlafen, Schmerzen, Haltungsprobleme und Gesundheitsbeeinträchtigungen haben. Im Laufe der Zeit können sich dadurch auch manche Krankheiten manifestieren. Wir können unseren Zustand sehr verbessern, wenn wir lernen, diese Anspannungen wahrzunehmen und sie bewusst loszulassen.

Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, woher diese Anspannungen kommen und dann die Transformation/Veränderung der inneren Prozesse/Glaubenssätze mit dem Ziel, möglichst wenig unnötige Anspannungen zu produzieren.

Das entlastet unseren Körper und unsere Seele gleichermaßen, fördert unsere Gesundheit und gibt uns das schöne Gefühl, dass wir unsere Wirklichkeit formen und gestalten können. Ein sehr gutes Gefühl – und das sei uns allen gegönnt.

Herzlichst, Nana

◊ Hier ist die Infoseite zur Psychotherapie in meiner Praxis/Online (Zoom, Skype) »»»

◊ „Erforsche Deine Verletzlichkeiteine Anleitung“  – das ist ein Geschenk an Dich »»»

◊ Möchtest Du ca. 1-2-mal im Monat meine Beiträge zu meinen Themen bekommen? Dann abonniere bitte meinen Infoletter ⇓

Hat Dir der Artikel gefallen, dann teile ihn gerne! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.