Unsere innere Verletzlichkeit

Unsere innere Verletzlichkeit

Vor  Ostern habe ich endlich Zeit gehabt einige Meditationen zu testen. Dafür brauche ich genug Zeit und Gelassenheit. Ich war gleichzeitig auf das Thema „innere Verletzlichkeit“ fokussiert, ließ mir aber Zeit. Im Frühjahr tut mir viel Zeit in der Natur sehr gut.

Nun war gestern eine schöne Meditation dran. Es ging um innere Reinigung. Irgendwann sagte die freundliche Stimme, ich sollte genau hinschauen, ob ich jemandem etwas nachtrage, ob es jemand gäbe, dem ich vergeben sollte. Mein Ziel sei dabei meine innere Freiheit zu bekommen. Wieder Vergeben – ein ewiges Thema! – schoss mir dieser Satz durch den Kopf. Ich musste diesen Gedanken wegscheuchen um bei der Meditation bleiben zu können.

Es war eine langsame Meditation. Es war mir irgendwie sehr leicht der Stimme zu folgen. Ich sollte in mein Herz hineinhorchen. Das tat ich. Ich sollte eine Beziehung auswählen – nach Wunsch – zu einem Elternteil/Partner/Freund/Verwandten etc. Ich wählte intuitiv eine Beziehung, von der ich vorher fest glaubte, alles geklärt zu haben.

In diesem Moment aber spürte ich wirklich, dass meine Vergebung nicht endgültig war. Es war jahrelang gute Absicht und auch der Wille meinerseits da. Und es waren spürbare Ergebnisse. Aber ich sah im gegebenen Moment weder mich noch diese Person wirklich frei. So war ich endlos dankbar, dass mir diese Meditation eine Chance gegeben hat, eine der wichtigsten Personen in meinem Leben von meinem Restgroll zu befreien. Nach der Meditation war ich sehr ergriffen und hatte so ein leichtes schönes Gefühl im Herzen.

Hinterher wurde mir bewusst, wie gut das ewige Thema „Vergebung“ mit dem Thema „innere Verletzlichkeit“ verbunden ist. Es fällt uns Vergebung schwer, wenn wir tief verletzt sind. Die innere Wunde ist sehr tief. Auch wenn wir glauben, sie geheilt zu haben (wie in meinem o.g. Fall), kann sie wieder bluten und schmerzen. Oder es ist eine spürbare Narbe da.

In meiner Praxis motiviere ich meine Klienten zur Vergebung – mit Fingerspitzgefühl! Ich sage ihnen so wie ich zu mir: Vergeben ist in deinem Interesse. Auch wenn du deine Wut berechtig glaubst, vergiften diese Wut und dieser Groll an erster Stelle dich.

Oft habe ich Erfolg. Es gibt aber Fälle, da arbeiten wir eine zeitlang, lösen einige Blockaden und der Klient empfindet dadurch keinen großen Leidensdruck mehr. So kommt er nicht mehr, weil er mit der Situation zufrieden ist. Die Arbeit ist aber nicht vollendet, die innere Freiheit ist noch nicht erreicht. Bis jetzt war ich sehr zurückhaltend bei der Aufklärung, meine Klienten beschließen selber, ob sie kommen und wie lange sie im Coaching bleiben. Unsere Zusammenarbeit ist auf Augenhöhe. Ab jetzt aber habe ich beschlossen, sie noch genauer aufzuklären, welche enorme Erleichterung und vieles mehr sie dadurch erreichen können.

Unsere innere Verletzlichkeit stört uns oft, unser eigenes Leben zu führen, unsere Herzenswünsche zu verwirklichen, unsere Beziehungen an erster Stelle nach unserer Herzensstimme zu leben, mutig und innerlich frei zu sein, Entscheidungen zu treffen … Die Liste könnte sehr lang sein.

Mache bitte jetzt Halt und spüre in dich hinein, was du anders machen würdest, wenn diese innere Verletzlichkeit nicht da wäre.

Unsere Verletzlichkeit leistet uns aber auch gute Dienste. Nur etwas, was an der alten Wunde angedockt wird, kann sehr schmerzen. So gibt uns unsere Verletzlichkeit immer wieder neue Chancen, diese alte Wunde zu finden, sie zu säubern und zu heilen. Daher betrachte doch deine inneren Schmerzen als eine Aufforderung etwas zu unternehmen, um diese Verletzlichkeit zu mindern und zu verändern.

Dieser Beitrag ist eine Einladung an dich, in dieser wahrlich besonderen Zeit inne zu halten und dich zu fragen: gibt es etwas, was du gerne loslassen würdest, gibt es jemanden, dem du etwas vergeben solltest?

Gehe in dich hinein, spüre dein Herz, spreche alles aus, was dir am Herzen liegt und wenn du es für richtig hältst, vergebe so gut wie du es im Moment kannst.

Das bringt uns auch unserem Ziel einen Schritt näher – damit meine ich unsere innere Freiheit und Leichtigkeit.

Besonders in dieser besonderen Zeit sei es uns allen gegönnt.

Herzlichst
Nana

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Dieser Beitrag passt zum Thema: Die Macht der Verletzlichkeit

 

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