Welchen Sinn haben innere Konflikte?

Facebook erinnerte mich schon mehrmals daran, seit langem Nichts auf meiner Praxis-Seite gepostet zu haben. Das stimmt auch – ich war wochenlang mit dem Auskurieren meiner Krankheit beschäftigt. Das hat auch mit dem Thema „innere Konflikte und deren Sinnhaftigkeit“ zu tun.

Als mich Mitte Januar eine starke Erkältung aus der Bahn warf, habe ich mit ganzer Kraft versucht mich herauszukämpfen. Und ich habe es auch geschafft.

Nachdem ich mich für den Alltag und Beruf richtig aufgewärmt hatte, kam die Krankheit unerwartet mit einem kräftigen Schlag zurück. Diesmal noch unangenehmer als vorher. Zum ersten Mal seit 7-8 Jahren hatte ich eine dauerlaufende Nase und bohrende Kopfschmerzen. Diesmal hatte ich das Kranksein zugelassen. Und ich machte mir plötzlich keine Sorgen mehr um meine Praxis, um die Stille um mich herum, um unbeantwortete Emails etc. Ich war gute 5 Tage quasi sorgenfrei.

Ich komme jetzt langsam zu Kräften. Und Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht versuchen würde, etwas Positives an dieser Krankheit zu finden. Und das gibt es wahrlich. Trotzdem möchte ich hier nicht den Eindruck erwecken, dass alle ohne diese schlimme Erkältung etwas verpasst hätten.

Wozu kann es gut sein so viel Zeit so mit Schmerzen zu verbringen?

Einige Tage konnte ich nicht mal richtig denken. Dann hatte ich klare Gedanken über Einiges, was mich in den letzen Wochen und Monaten beschäftigt hat. Mir sind meine Prioritäten klarer geworden.

Und ich hatte monatelang einen inneren Konflikt beiseitegeschoben mit der Begründung, dass er für mein Leben nicht wichtig sei. Das stimmte so nicht. Es gibt Sachen, die wie eine Zwiebelschale sind. Um den Kern zu sehen musst du richtig hinschauen und Mut haben, diesen Kern so zu sehen, wie er ist – unverfälscht! Das ist nicht einfach, oft wehren wir uns unbewusst vehement dagegen. Unser innerer Selbstschutz ist auch aktiv dabei, alles zu verstecken und zu verharmlosen.

Es gibt immer einen Grund, warum manche Probleme zu bestimmter Zeit an die Oberfläche drängen. Ich verstehe es als Zeichen, dass die Zeit gekommen ist, diese Probleme/Konflikte anzupacken und zu lösen. Das kostet Energie und Überwindung, aber dann folgt die erwünschte Veränderung, die eigentlich ein inneres Wachstum ist. Wir verändern uns, unser Leben verändert sich – wohlgemerkt – nach unseren Wünschen.

Daher haben mir beide Krankheiten in dieser Hinsicht gute Dienste erwiesen. Mir war schon am Anfang klar: in diesen 7 Jahren waren bestimmt genug Bakterien und Viren um mich herum. Dass ich jetzt so krank geworden bin, hat eindeutig damit zu tun, dass mich innerlich etwas geschwächt und Energie geraubt hat. Ich pflege meine Gesundheit täglich und das hat in diesem Winter nicht mehr so gut wie vorher funktioniert.

Noch etwas Beeindruckendes an der Sache: als ich endlich ohne tränende Augen, wackelig auf den Beinen  durch das große Wohnzimmerfenster auf die Schneeglocken und Krokusse in meinem Garten blickte, hatte ich ein unbeschreiblich tolles Gefühl – wie schön das Leben ist!

Ich habe meine Gedanken über die Strategie, wie wir die sich anbahnenden oder schon ausgebrochenen Konflikte in unserem Sinne lösen können, zusammengefasst.

Ungelöste innere Konflikte machen uns oft krank. Oft sind uns diese inneren Konflikte nicht bewusst. Aber es sind immer Anzeichen da. Es sind auch oft alte Konflikte, die neu aktiviert werden und nach oben drängen. Betrachte diese als die Botschaft: Die Zeit ist gekommen – löse mich! Wenn wir hier nichts unternehmen, wird der Konflikt immer aufs Neue auf der körperlichen Ebene ausgetragen.

Es ist sehr gut für unsere Gesundheit, für unser tägliches Wohlbefinden und für unsere persönliche Entwicklung, wenn wir die Konflikte als Chance betrachten und Mut zur Veränderung und zum Handeln zeigen.

 Meine Strategie zum Lösen der inneren Konflikte in Kürze:

  1. Wenn ein Konflikt dich länger als 3 Tage belastet und du die kreisenden Gedanken nicht loswerden kannst, dann schau doch lieber hin, was sich dahinter verbirgt. Versteife dich nicht in Schuldzuweisungen. Du bist tief betroffen, weil ein schmerzafter Punkt in deinem Unterbewusstsein getroffen wurde. 
  2. Übe Achtsamkeit, stelle laut diese Fragen und antworte dir auch laut: Was ist genau passiert, welche Gefühle spürst du dabei? Wie lange sind sie kräftig/heftig? Was genau belastet dich? Mache bitte Notizen. 
  3. Bewusstmachung – was ist eigentlich das Problem hinter dem Problem? Erkenntnis zu haben – ist schon der erste wichtige Schritt. Aber oft sehen wir nur die Oberfläche. Zeichne, schreibe, male die Situation aus. Wieweit du hier allein weiterkommst liegt u.a. an deiner Reflexionsfähigkeit. 
  4. Frage Dich: Was soll ich verändern, damit ich dieses Problem für mich dauerhaft lösen kann? Wie sieht der gewünschte Zustand aus? Woran merke ich wenn dieses Problem gelöst ist?Schreibe Deine Gedanken auf. Sprich mit vertrauenswürdigen Menschen mit guter Analysefähigkeit. Investiere in dich indem du eine professionelle Unterstützung suchst. In diesem Fall werden deine festgehaltenen Beobachtungen und Notizen sehr hilfreich und wertvoll sein.
  5. Betrachte jeden Konflikt als eine Chance, etwas Wichtiges in dir zu entdecken und Dein Verhalten/dein Leben in deinem Sinne zu verändern. Schon allein diese Einstellung wird dein Leben erheblich erleichtern.

Ein gutes Gelingen!

Die Konflikte sind oft hilfreiche Wegweiser zu unseren inneren Blockaden und ungesundem Verhalten. Lass sie dir dabei helfen, dein Leben selbstbestimmter, interessanter, gesünder, freier zu gestalten.

Das sei uns allen gegönnt!

Herzlichst, Nana

 Wenn du dich für die Themen: Innere Glaubenssätze/innere Blockaden/Hochsensibilität interessierst und gerne mehr erfahren würdest, dann schaue dir diese Infoseite an. Dort findest du alle Möglichkeiten, die ich dir gerne zur Verfügung stelle.

Dieser Beitrag passt zum Thema: Was Hochsensibilität eigentlich ist

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