Wenn unsere Grenzen verletzt werden…

Nana Schewski

Jeder Mensch hat und braucht eigene Autonomie-Grenzen. Diese Grenzen sind sehr individuell. Eigene Grenzen zu erkennen und sie zu schützen ist sehr wichtig für unser inneres Empfinden und Sicherheitsgefühl.

Wo liegen deine Grenzen und wie schützt du sie und wie reagierst du, wenn du das Gefühl hast, sie werden von jemandem missachtet und überschritten?

Mal wollen wir unsere Grenzen bewusst erweitern, von diesem Fall spreche ich hier aber nicht.

Ich spreche von einem Fall, in dem  wir uns sehr schnell bevormundet, bedrängt und missachtet fühlen und darauf eine für unser Umfeld unverhältnismäßige Reaktion haben. Also wenn wir auf diese Grenzen sehr penibel achten und sie oft mit Überreaktionen verteidigen. Es kann ja sogar sein, dass wir eine einfache Frage als Angriff verstehen. Ein Missverständnis, ein Wort, eine Geste wirft uns aus der Bahn und dies sogar für eine lange Zeit. Man reagiert so gelähmt, dass man nur später – oft zu spät auf die Idee kommt (wenn überhaupt), eine Verständnisfrage zu stellen. Oft werden die Feindbilder in den eigenen Fantasien produziert.

Diese Überreaktion kann sowohl nach außen (extravertiert) als nach innen gerichtet (introverntiert) sein.

Die Zeit vergeht und dieser Fall gerät irgendwann in Vergessenheit bis zum nächsten ähnlichen Fall. Und der kommt bestimmt früher oder später, dann geht wieder alles von vorne los.

Wenn wir übersensibel auf kleine oder große Überschreitungen unserer Grenzen reagieren, ist dies stets ein Hinweis dafür, dass irgendwelche negativen Glaubenssätze in unserem inneren Programm aktiviert werden.

Das ist die Reaktion eines verletzten inneren Kindes. Das bedeutet, dass wir uns  in unserem zarten Kindesalter den für uns zu eng gesetzten Grenzen seitens unserer Bezugspersonen beugen mussten, weil wir keine andere Wahl hatten. Jedes Kind hat einen Entwicklungsdrang in sich, es möchte sein Umfeld entdecken. Oft stehen seiner Neugier und Entwicklung seine engsten Bezugspersonen im Wege, die aus Angst oder aus anderen Gründen wie z. B. unbewusstes oder bewusstes Ausleben eigener Dominanz diesem Entwicklungsdrang keinen oder einen sehr geringen Raum lassen. Hier wird ein Grundbedürfnis des Kindes nach Autonomie und Orientierung (nach Klaus Grawe) missachtet. Das torpediert im besten Fall die Entwicklung des Kindes, im schlimmsten Fall verursacht es großen psychischen Schaden. Die Höhe des Schadens ist von folgenden drei Faktoren abhängig:

  1. Wie groß ist der Entwicklungsdrang des Kindes
  2. Wie dominant ist die Reaktion der Bezugspersonen? Wie wird das dem Kind vermittelt: ungeduldig, wütend, verärgert oder ruhig, ablenkend, verständnisvoll
  3. Der dritte Faktor resultiert aus den 1. und 2. Faktoren. Die Frage ist: wie groß ist das Ohnmachtsgefühl des Kindes, wie oft und wie tief spürt es Verzweiflung über seine Hilflosigkeit und wie groß ist seine Frustration. Und wie reagieren seine Bezugspersonen auf seine Frustration: darf es seine Gefühle äußern, z.B. weinen? Wo liegen die Grenzen?

Diese entstandenen Schäden bewirken die Entstehung einer tiefen inneren Wunde. Hinter dieser Wunde stehen gewisse Glaubenssätze, die das Kind lebenslang begleiten werden, es sei denn diese Wunde wird erfolgreich behandelt. Die möglichen Glaubenssätze sind u.a.: ich darf nicht… ich bin machtlos… die anderen bestimmen…. Ich werde nicht gehört….

Im späteren Leben wird jedes Mal, wenn auch durch ein unbeabsichtigtes Wort oder eine unbedachte Handlung eine Assoziation mit dieser Wunde und den Glaubenssätzen erweckt, beginnt diese Wunde (in den meisten Fällen fürchterlich) zu schmerzen. Die Gefühle überfluten und beherrschen uns. Wir können in so einer Situation überreagieren oder uns verletzt zurückziehen. Wir leiden sehr, sind gar nicht in der Lage, klar zu denken. Oft kann unser Verstand nicht erkennen, warum wir so leiden. Schließlich ist nichts Schlimmes passiert. Wenn wir unser Leid bei unseren Nahestehenden beklagen, kann es unter Umständen für uns noch schlimmer werden: „Deswegen regst du dich auf“? „er/sie hat es bestimmt nicht so gemeint“, „Mein Gott, mach dir jetzt nicht so viele Gedanken darüber“? „Ist die Sache es wert, dass du so lange darüber brütest“? usw.

Zu Recht hat das Umfeld Schwierigkeiten unser Leid zu verstehen, wenn es nicht dieselbe Wunde und Erfahrung hat. Dieser Fall, der bei dir das Herz zum Bluten bringt, verursacht bei ihm möglicherweise noch nicht mal ein Echo.

So fühlt man sich zusätzlich missverstanden und allein gelassen mit den oft unerträglichen Schmerzen.

Hinzu kommt erschwerend, dass wir zwar sehr emotional und verletzend auf Grenzüberschreitungen reagieren, aber anderseits oft die Grenzen der anderen missachten können.

Wie ist dies möglich?

Ganz einfach: wenn wir keine guten Vorbilder hatten und nicht gelernt haben, wie es ist, respektvoll mit den Bedürfnissen und Wünschen der anderen umzugehen, sind wir auch nicht in der Lage, diese Grenzüberschreitungen bei den anderen zu bemerken. Deswegen entwickeln sich manche Beziehungen einseitig: wir fordern gewisse Dinge, sind aber nicht in der Lage das Gleiche selber zu liefern. So gleichen oft die Beziehungen einer Einbahnstraße, die sich leider oft in eine Sackgasse verwandeln kann.

Jeder von uns hat einen sehr individuellen persönlichen Entwicklungsstand.

  1. Es gibt Menschen, die fühlen sich immer benachteiligt, von bösen und rücksichtslosen Menschen umgeben und sie müssen sich stets verteidigen. Und Recht haben sie auch immer. Diese Leute haben eine geringe Reflexionsfähigkeit.
  2. Und es gibt Menschen, die ihr Problem vom Kopf her verstanden haben. Sie fühlen sich nach wie vor diesen Schmerzen ausgeliefert. Oft wissen sie auch genau Bescheid wo die Wurzeln dieses Problems liegen, sind aber hilflos, das zu ändern. Viele schleppen das Problem jahrzehntelang mit und lassen es sowohl das eigene als auch das Leben anderer Menschen vergiften.

Das muss nicht sein….

Wir können uns mit unterschiedlichen Strategien stärken: Positive Affirmationen, Meditationen, Yoga, gesunder Lebensstil etc. Das alles ist wichtig und empfehlenswert.

Für die Problemlösung würde dies aber nicht ausreichen. Stell dir vor, du hast eine tiefe schmerzhafte Wunde mit einem langen Dorn darin und du schmierst die beste Pflegecreme darauf.

Dieser Dorn muss raus und die Wunde muss fachmännisch gesäubert und gepflegt werden. Das Bedeutet, dass die Glaubenssätze, die wir in unserem zarten Alter verinnerlicht und danach jahrzehntelang gefestigt haben, gelöst, geändert und gefestigt werden müssen. Es gibt keinen Zauberstock aber einige zauberhafte Methoden, die diesen Prozess ermöglichen.

Und es lohnt sich, sich auf diesen Prozess einzulassen. Wofür: für innere Klarheit und inneres Wohlbefinden, für bessere Bezeigungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben.

Für bessere Gesundheit: diese Art Wunden kosten uns viel Kraft.

Und ich werde nicht müde zu wiederholen: für ein selbstgestaltetes Leben, für ein Leben in dem wir keine Opfer sondern die Gestalterin/der Gestalter unseres Lebens sind.

Wenn du dich in dieser Beschreibung widerfindest und dir eine Veränderung wünschst, kannst du mich für ein kurzes klärendes Gespräch kontaktieren. Das Gespräch ist für dich unverbindlich – du kannst deine Fragen stellen und wir klären gemeinsam, ob und wie ich dich unterstützen kann.

Ich wünsche dir innere Stimmigkeit und inneres Wohlbefinden!

Herzlichst

Nana

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