5 Tipps für die Überwindung deiner Auftrittsängste

5 Tipps für die Überwindung deiner Auftrittsängste

Du planst deine Präsentation, deinen Vortrag oder dein Live-Video? Und Du spürst schon bei diesem Gedanken einen Kloß im Hals, eine deutliche Anspannung in deinem Körper, deine Atmung wird flach…dein Herz rast…Die Symptome und deren Intensität können von Person zu Person unterschiedlich sein.

In diesem Artikel geht es darum, wie Du deine Auftritsängste beseitigen oder wenigstens verringern kannst.

Dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Diese Methode, die ich jetzt präsentiere, hat stets gute Ergebnisse gezeigt. Sie ist auch für kopfbetonte Menschen sehr gut geeignet. Ich zeige sie in einer vereinfachten /komprimierten Form.

 Schaffe eine ungestörte Umgebung, nimm ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand. Stell Dir die folgende Situation vor: Du stehst jetzt vor dem Publikum oder vor dem Kamera. (Ich gehe davon aus, dass Du vorbereitet bist und deine Stichpunkte deutlich lesbar griffbereit /zur Hand hast.) Jetzt visualisiere weiter. Du fängst an zu sprechen. Was ist das Schlimmste, was Dir jetzt passieren könnte?

  •  Plötzlich weißt Du nicht mehr, was Du sagen wolltest. Das weiß Dein Publikum auch nicht, an deinen Vorbereitungen war es nicht beteiligt. Es würde nicht merken, wenn Deine Präsentation anders läuft als geplant.
  • Du hast die Reihenfolge oder einen der Punkte vergessen? Dafür hast Du Deine Liste vorbereitet. Du kannst ruhig darauf schauen. Am Ende checkst Du Deine Liste, ob Du alle Punkte wirklich angesprochen hast. Das darfst Du machen, dafür ist die Liste da. Keiner erwartet von Dir, dass Du alles aus deinem Gedächtnis zauberst – außer Dir!
  • Die Reaktion deines Publikums entspricht nicht deinem Wunsch? Mach Die bitte bewusst, dass sogar weltbekannte erfolgreiche Menschen nicht in einem Dauererfolg schwingen und nicht jeden Tag die gleiche Leistung abrufen können – und wie viele Weltklasse-Fußballer einen Elfmeter verschossen haben. Sei gnädig mit Dir.
  • Emotionen und negative Gedanken bekämpfst Du nicht, indem Du dich kritisierst oder anmeckerst und diese Sorgen wie aufdringliche Fliegen wegscheuchst. Das wird Dich enorm viel Kraft kosten und nicht weiter bringen. Du lässt sie lieber zu, indem Du diesen Gedanken /Sorgen/Gefühlen sagst: ich nehme Dich/euch wahr, ich weiß Ihr seid da. Aber Du gibst diesen nicht allzu viel Raum. Es gibt mehrere effektive Visualisierungsübungen dafür. Eine einfache verrate ich Dir jetzt:

 Zeichne auf einem leeren Blatt Wolken und schreibe diese Gedanken/Sorgen/Gefühle auf die Wolken. Wie viele Wolken hast Du jetzt insgesamt? Skaliere die Intensität dieser auf einer Skala von 0 bis 10, also wie belastend sie sind und schreib die dazugehörige Zahl auf die jeweilige Wolke. Mach die Augen zu, damit verstärkst Du Deine Vorstellungskraft. Jetzt lasse diese Wolken reihenweise oder alle zusammen wie Luftballons in den Himmel steigen und dann vorbeiziehen. Sag zu diesen Wolken: Ich weiß, ihr seid da, für mich ist jetzt sehr hilfreich, wenn ich euch vorbeiziehen lasse, dadurch gelingt mir meine Aufgabe gut/besser. Beobachte und gehe sicher, dass alle von Dir gezeichneten Wolken hoch steigen.

Welchen Zugang Du zu deinen Gefühlen und deinem inneren Programm hast, entscheidet darüber, welcher Erfolg diese Übung hat.

Ich drücke Dir dabei die Daumen.

Falls Du das Gefühl hast, dass Du eine Anleitung und eine professionelle Unterstützung für das Vorankommen brauchst, melde Dich für ein klärendes und unverbindliches Gespräch mit mir.

  •  Du hast Ängste, dass Dir der Auftritt gar nicht gelingt, dass Du Dich blamieren würdest? Dann mache bitte die folgende Übung:

 Stelle bitte das Worst-Case-Szenario vor – also den schlimmsten aller denkbaren Fälle.

Schreib bitte alle Konsequenten dieses Falles auf:

Welche negativen Folgen hat Dein Worst-Case-Szenario für Dich und Dein Leben?

Schreib bitte alles auf – aus deiner Sicht, benutze die Wörter, die in deinem Kopf schwirren.

Jede denkbare negative Folge skaliere/beurteile nach ihrer Intensität auf einer Skala von 0 bis 10.

Nachdem Du alles aufgeschrieben und skaliert hast, beantworte diese 2 Fragen:

  1. Ist dadurch mein berufliches Leben für immer ruiniert?
  2. Ist dadurch mein Leben in Gefahr?

Ich hoffe sehr, dass Du einsiehst, dass es zwar ein möglicherweise ernsthaftes Problem gibt, es aber dein Leben nicht gefährdet.

Jetzt konzentriere Dich auf Lösungswege: Wie kannst Du jetzt dein Problem lösen?

Was kannst Du dafür unternehmen? Wer könnte Dir dabei helfen? Schreib bitte alles auf, was Dir jetzt einfällt. Gib Dir dafür Zeit, bitte deine innere Weisheit, Dir dabei zu helfen, betrachte deine Situation aus der Vogelperspektive /Metaposition, um eine Distanz zu schaffen. Oft sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Als Alternative kannst Du die Situation mit deiner Vertrauensperson besprechen. Überlege es Dir, ob Du eine professionelle Unterstützung brauchst und hole sie rechtzeitig. Damit sparst Du Deine Zeit und Energie und Du kommst schneller voran.

Gerne lade ich Dich zu meiner geschlossenen Facebook-Gruppe: Redeblockaden ADE. Dort bekommst Du weitere Tipps und Impulse.

Ein gutes Gelingen!

Herzlichst     

Nana Schewski

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Rede- und Sprechangst – welche Bedeutung haben hierbei Schutzstrategien?

Redeblockaden und Perfektionismus

Redeblockaden und Perfektionismus

Mit diesem Beitrag möchte ich Dich motivieren, Dich mit deinen Redeblockaden weiter zu beschäftigen. Jeder auch kleiner Erfolg in dieser Hinsicht bedeutet ein Stück mehr innere Freiheit und persönliche Entwicklung.

Redeblockaden sind meist tief in unserem Unterbewusstsein verwurzelt. Wir scheuen öffentliche Auftritte oder einfach „das Wort ergreifen“ aus einem einfachen Grund: Wir wollen uns schützen, weil wir in unserem tiefen Inneren verletzlich sind. Diese Verletzungen sind mit großer Wahrscheinlichkeit vor langen Jahren entstanden und sie sind wahrscheinlich so schmerzhaft und unangenehm gewesen, dass bei uns ein Selbstschutzprogramm entstanden ist. Dieses Programm funktioniert nach so vielen Jahren wie ein Autopilot.

Damals sind wir als Kinder unterschiedlichen Situationen des Lebens ausgeliefert gewesen, konnten uns nicht schützen. Jetzt ist es anders: wir sind Erwachsene, wir können uns selber schützen, die Gefahren von damals sind nicht mehr real, aber unser Selbstschutzprogramm funktioniert nach wie vor. Die Wunden von damals sind noch nicht verheilt und jede Berührung schmerzt.

Um diese Schmerzen zu vermeiden, neigen wir dazu, die Situationen, die uns aus damaliger Sicht gefährlich erscheinen, zu vermeiden oder alles richtig machen zu wollen, alles 100%, fehlerfrei! Damit wollen wir uns davor schützen, dass andere uns kritisieren und ablehnen und uns für einen Versager halten. Unseren Selbstwert machen wir davon abhängig, wie gut wir die eine oder andere Aufgabe erledigen.

Streben nach Perfektionismus hat 2 Seiten:

Positive Seite:

  • Du hast viel Ehrgeiz alles richtig zu machen, dadurch sind Deine Ergebnisse oft sehr gut und du bekommst Anerkennung. Du wirst geschätzt für Deine Fähigkeiten, für deine Anstrengungen, für deine Zuverlässigkeit. Das tut unserem Selbstwert zwar gut, stellt aber uns weiterhin unter Leistungsdruck.

Negative Seite:

  • Du hast hohe Erwartungen an Dich und an andere. Du bist zu sehr auf Schwächen und Fehler fokussiert und Du nimmst sie auch schnell wahr. Dadurch bist Du ein Stressverursacher sowohl bei Dir als auch bei anderen. Zusätzlich leiden unter deinem Perfektionismus deine privaten und beruflichen Beziehungen, deine Lebensfreude, deine Kreativität.
  • Dieser ständige Druck hat auch sehr negative Auswirkungen auf deine Gesundheit. Dadurch sind wir oft in einem dauerhaften Stresszustand
  • Wir verpassen viele Chancen in unseren Leben. Aus Angst, sie nicht 100% machen zu können und zu versagen, schieben wir vieles auf (Aufschieberitis).

Wie kommen wir von dem erdrückenden Perfektionismus weg? Wir müssen dafür unsere inneren Glaubenssätze verändern. Je nach Tiefe der Blockade brauchen wir eine individuelle Strategie. Die ersten Schritte der Selbstbehandlung könnten so aussehen:

  1. Klebe überall Notizen: „Nobody is perfect“, „gut ist genug“ oder formuliere die Sätze, die Dir besser passen.
  2. Lobe Dich für alles, was Du einigermaßen gut gemacht hast, weil die Perfektionisten mit sich selbst nie zufrieden sind. Mit dieser Übung lernen wir, uns selbst eine Zuwendung/Wertschätzung zu geben. Führe Selbstgespräche laut – wenn Du allein bist, sag Dir: Ich bin gut genug! Ab jetzt bin ich mit mir zufrieden, ich brauche nicht perfekt zu sein, auch wenn mir ein Fehler passiert ist, liebe und akzeptiere ich mich usw.
  3. Jedes Mal wenn Du Dich dabei erwischt, dass Du kritisch dir oder anderen gegenüber bist, mache an dieser Stelle innerlich Stopp und rufe im Gedächtnis irgendetwas auf, was Du oder eine andere Person gut gemacht hast. Hier geht es darum, Deine Fokussierung auf Schwächen und Misserfolge auszugleichen.

Mache diese Übungen täglich, schreibe deine Meinung oder Fragen auf –  Aufgeschriebenes hat eine tiefere Wirkung.

Falls Du Fragen hast, buche ein klärendes unverbindliches Gespräch mit mir.

Viel Erfolg!

Herzlichst

Nana Schewski

 

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