Wie hochsensibel bist du?

Überlege dir bitte, wie oft du dich von den folgenden Sätzen angesprochen fühlst:

  1. Du hast einen Vortrag besucht und der Referent hatte viel geballte Information zur Verfügung gestellt. Es war interessant, aber Irgendwann fiel es dir schwer, aufmerksam zuzuhören. Du hättest dir gewünscht, der Referent hätte sich auf ein Thema beschränkt, dann hättest du viel mehr mitgenommen nach dem Motto: weniger ist mehr.
  2. Während des Vortrages kamen aus dem Nebenraum Geräusche, die dich irgendwann unterschwellig störten. Chaotische und laute Orte machen dich schnell müde? Du denkst, allen geht es so? mehr oder weniger. Bei Dir ist die Erschöpfung deutlich ausgeprägter.
  3. Wenn dich emotional etwas sehr berührt, dann brauchst du Zeit um es zu verarbeiten. Ob ein Film, eine Geschichte oder eine Alltagssituation – die Eindrücke wirken bei dir tiefer. Stelle dir vor, deine innere Welt wäre ein See. Diese Eindrücke verursachen in deinem See größere Wellen und es dauert länger bis Stille eingekehrt ist. Das beansprucht viel Energie und innere Konzentration.
  4. Du erholst dich am bestens in der Natur oder bei einer Tätigkeit, die dir so viel Spaß macht, dass du alles vergessen kannst. Auch eine ruhige vertraute Gesellschaft ist eine Alternative.
  5. Wirst du aus deinem Flow gewaltsam herausgerissen, dann fällt es dir schwer, wieder einzusteigen.
  6. Du bist intelligent genug um komplexe Inhalte zu durchschauen, wenn du dabei deine Ruhe hast und dein Tempo selber bestimmen kannst. Stehst du aber unter Zeit- oder Leistungsdruck, ist es eher wahrscheinlich, dass es dich viel Anstrengung kostet. In diesem Fall sind auch Fehler möglich, die du dir später nicht erklären kannst.
  7. Du bist eher kein Mensch für schnelle unbedachte Handlungen. Für deine Entscheidungen brauchst du meistens Zeit zum Nachdenken.
  8. Überraschungen können dich überfordern. Überlege dir folgende Situation: Du hast Geburtstag, den wolltest du ruhig und bescheiden angehen – nur in deinem engen Familienkreis. Du kommst nach Hause und wirst von unzähligen Gästen überschwänglich begrüßt und beglückwünscht. Das Haus ist auch aufwendig dekoriert – dein Partner/deine Familie hat dir diese Überraschung organisiert. Das ist sicher eine ganz liebe Geste, die gewürdigt werden soll. Das tust du auch, im Inneren fühlst du dich aber durch diese Aktion sehr überfordert.
  9. Kennst du diese Situation gut? Bei einer Routine-Tätigkeit fallen dir plötzlich sehr wichtige Sachen auf, die du völlig vergessen hast oder du hast plötzlich eine plausible Erklärung für irgendetwas. Und du hast bei dieser Routine-Tätigkeit gar nicht über das Thema nachgedacht.

Erklärung: Du nimmst ungewollt viele Information auf, deren Verarbeitung Zeit und Energie verlangt. Aufgrund dieser Intensität verlangsamt sich der Verarbeitungsprozess. Wenn diese Zeit nicht vorhanden ist, dann ist das wahrgenommene Bild auch nicht vollständig. Irgendwann, wenn dein innerer See still wird, ohne dass du über diese Gelegenheit nachdenkst, werden dir diese fehlenden Puzzleteile einfallen.

Ich habe oft erlebt, dass mir bei einer Routine-Tätigkeit (Joggen, Gartenarbeit etc.) oder während des Qi-Gong/ Yoga oder der Meditation sehr wichtige Sachen oder Lösungen eingefallen sind. Qi-Gong und Yoga zielen darauf den Geist zu klären und als mein innerer See klar wurde, habe ich plötzlich viel mehr gesehen, obwohl ich im Moment nicht darüber nachdachte.

  1. Selbst wenn du nicht auf den Mund gefallen bist, werden dir in einer emotionalen Auseinandersetzung oft gute Argumente und Einwände viel später einfallen. Wärest du emotional nicht so stark betroffen, dann hättest du die Argumente parat gehabt.
  2. Auch wenn du sehr gesellig bist, beim Allein-Sein ist dir nicht langweilig – dein Innenleben ist wegen der hohen Empfindsamkeit reich und vielfältig.
  3. Gewalttätige Szenen kannst du nicht gerne sehen oder lesen. Hast du schon solche Szenen beim Lesen übersprungen oder oberflächlich gelesen?
  4. Feine Düfte, bestimmte Musik oder Kunstwerke berühren dich sehr. Es kann aber auch sein, dass du gewisse Düfte/Parfüms nicht gut ertragen kannst und eine nicht überwindbare Abneigung entwickelst.
  5. Du bist sehr bemüht, gewisse Ordnung zu halten und den Tagesablauf gut zu strukturieren. Das vermittelt dir Ruhe und Sicherheit.

Hast du dich von den meisten Punkten angesprochen gefühlt? Dann bist du mit großer Wahrscheinlichkeit hochsensibel. Mit hochsensibel ist ein fester Teil unseres Temperaments gemeint.

Diese Hochsensibilität (highly sensitive person) ist alles andere als ein kapriziöses Verhalten. Sie scheint nach den jetzigen Forschungsergebnissen angeboren zu sein wie deine Augenfarbe.

Deine Strategie sollte es sein, diesen Teil von dir gut kennen und schätzen zu lernen und ihn in deinem Alltag zu berücksichtigen, damit du dein Leben zu deiner besten Zufriedenheit gestaltest.

Das bedeutet auch, dass du dich schützt, indem du dich manchen vermeidbaren stressigen Situationen nicht auslieferst oder die Ergebnisse schon im Voraus in Kauf nimmst. Dann hast du Erklärung für manches und kannst viel besser in deinem Sinne planen.

Auch wenn du solche Leute um dich herum hast, hast du mit diesem Wissen ein anderes Verständnis für sie.

Hochsensible können sowohl introvertiert als auch extravertiert sein. Ein größerer Teil scheint jedoch introvertiert zu sein. Hochsensibilität hat mit den Glaubenssätzen nichts zu tun, allerdings kann sie durch Glaubenssätze (Erziehung, Sozialisation) verstärkt und/oder verzerrt werden.

 Viele meiner Klienten sind hochsensibel. Ich bin es auch. Viele Menschen haben gelernt damit so zu leben, dass sie nicht auffallen. Im Bezug auf meine Arbeit habe ich festgestellt, dass ich die Hochsensibilität berücksichtigen muss, um die gewünschten Ergebnisse zu bekommen.

Ein Beispiel: Wenn ich auf Wunsch meines Klienten eine lange Sitzung mache, ist dies für ihn natürlich ermüdend. Aber für hochsensible Menschen kann das eine totale Überforderung bedeuten. Besonders wenn ich während dieser langen Sitzung mehrere Methoden als „Hausaufgabe“ erkläre und mit den Klienten einübe. Ist mein Klient hochsensibel, muss ich diese Inhalte klein und klar portionieren, damit wir gut voran kommen. Um klar auszudrücken: diese Menschen können wunderbar und schnell verstehen und aufnehmen, aber der intensive Verarbeitungsprozess, der in meiner Arbeit mit Gefühlen eng verbunden ist, könnte bei diesen Menschen viel Zeit und Kraft beanspruchen.

Diese Erkenntnis hatte ich nicht immer. Mir sind die Unterschiede schon aufgefallen und ich habe mir am Anfang meiner Coaching-Tätigkeit diese mit mangelnder Motivation und Disziplin erklärt. Aber irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war ein Prozess für mich auch darüber offen zu schreiben und auch zuzugeben, dass ich mich selber von diesen 14 Punkten (und es gibt noch viel mehr) recht gut angesprochen fühle.

Diese Eigenschaft hat auch ihre Vorteile!

Sowohl im beruflichen als auch privaten Leben wirst du deine Ziele besser erreichen und dabei auf dein inneres Gleichgewicht/dein Wohlbefinden besser achten können, wenn du deine Hochsensibilität berücksichtigst und sie als deine Besonderheit/deine Originalität betrachtest.

Was du jetzt für dich machen kannst – zuerst schaue bitte ob du diese Originalität (Hochsensibilität) besitzt. Willst du mehr Info zum Thema, dann trage dich bitte in die Infoletter-Liste ein. Ich werde darüber schreiben, welche Strategien hilfreich und zielführend sind und welche positive und gewinnbringende Seite die Hochsensibilität hat. Schau genau hin – wir alle sind es wert!

Herzlichst, Nana

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Dieser Beitrag passt zum Thema » Feinfühligkeit ist unsere Stärke

 

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