von Nana Schewski | 30.01.2022 | Kindheitsprägungen, Persönlichkeitsentwicklung
Unsere Kindheit spielt eine überragende Rolle für unser späteres Leben: Wie wir selbst und andere behandeln, wie wir Probleme angehen, was uns zufrieden und glücklich stellt, das alles und vieles mehr fußt in unserem zarten Kindesalter.
Vieles von damals läuft unbewusst als Autopilot und bestimmt unser jetziges Leben:
– Bevormundet jemand andere? Dann ist die Frage nach dem „Warum“ in seiner Kindheit zu finden.
– Ist jemand in ständiger Kampfhaltung, sucht und findet Feinde auch dort, wo keine sind, dann liegen die Wurzeln des eigenen Kampfs in der früheren Kindheit. Stellvertretend für die damaligen Bezugspersonen bekämpft er alle, die seine damaligen seelischen Verletzungen triggern.
– Hat jemand ständigen Fokus auf Benachteiligte um sich herum oder irgendwo in der Welt, dann bemitleidet er unbewusst sich selbst, ist aber nicht in der Lage, sein vermindertes Selbstwertgefühl zu heilen und braucht eine Selbstaufwertung, in dem er den eigenen Fokus dauerhaft auf Probleme der anderen legt.
Ein Baby kommt zur Welt und will zuerst nur liebevoll versorgt sein. Seine Eltern haben Wunschvorstellungen, wie sich das Baby zu verhalten hat: Es soll lange schlafen, möglichst schnell durchschlafen, wenig weinen, gut essen usw. Der Alltag ist aber oft anders als ideal. Das Baby wächst und mit seinem Wachstum kommen noch weitere Herausforderungen auf die Beteiligten zu. Es wird beweglich, entwickelt eigene Wünsche und Verhaltensweisen, die nicht immer den Erwartungen der Eltern/Bezugspersonen entsprechen und sogar deren eigene Kindheitswunden schmerzhaft berühren. Hier entstehen oft Interessenkonflikte und Machtkämpfe, die das Baby/Kleinkind dauerhaft prägen.
Das Baby/Kleinkind spürt sehr deutlich, ob seine Eltern zufrieden und glücklich sind, es spürt deutlich die Erwartungen, die seine Eltern an es haben. Die Überforderung und Müdigkeit der Eltern nimmt es auch als gewisse Bedrohung auf.
In einem zarten Alter, in dem absolute Abhängigkeit von den Bezugspersonen besteht, ist es sehr bedrohlich, abgewiesen und nicht geliebt zu werden. Evolutionsbedingt haben alle Kinder diese Überlebensangst. Diese Angst zwingt sie dazu, sich anzupassen. Dafür müssen sie ihre eigenen Bedürfnisse aufgeben, um diese Angst und Bedrohung nicht mehr zu spüren. Je nach Fall entwickelt das Kind Protest- und Wutgefühle oder zeigt starke Anpassung, was später u.a. eine stark ausgeprägte Obrigkeitshörigkeit zur Folge haben kann.
Aus dieser Situation entwickeln sich im Erwachsenenalter vornehmlich zwei Verhaltensmuster.
- Sollte einem die Zusammenhänge seiner Kindheit und seiner persönlichen/psychischen Entwicklung klar werden, dann versucht er meistens mit aller Macht alles anders zu machen, als es ihm in seiner Kindheit widerfahren ist. Die beste Option ist, dass er Unterstützung holt, um sich von der aufgezwungenen Programmierung zu befreien. Er wird es auch nicht leicht hinnehmen, dass weder er noch jemand unter Machtlosigkeit/Ausgeliefertsein leidet. Er entwickelt große Sensibilität gegenüber Machtgehabe und -missbrauch. Er neigt zum eigenständigen Denken und zur Selbstreflexion, die ihm eine gewisse Adlerperspektive ermöglicht (der Adler beobachtet von oben und hat keine Angst).
- In dem zweiten Fall behandelt die Person ihr persönliches und berufliches Umfeld oft so, wie sie es selbst erfahren hat. Je mehr Macht sie hat, desto kräftiger, sonderbarer und gefährlicher kann ihr Verhalten anderen gegenüber sein. Und das alles oft unbewusst: Man ist von seinem guten Willen und toller Absicht sehr überzeugt.
Das Umfeld dieser Person kann ihr Grenzen setzen und das passiert oft. Der Partner/die Partnerin, die Kollegen, eigene Kinder können sich wehren und je nach Persönlichkeit können weitere Machtkämpfe, aber auch Nachgeben/Ruhe/Frieden möglich sein. Das alles spielt sich eher in einem kleinen Kreis ab.
Nun wird dieser Fall höchst problematisch, wenn diese Person Macht über viele Menschen bekommt und ihm die Grenzen nicht gesetzt werden. Ein aktuelles Beispiel gibt es mit dem jetzigen Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
Er kann sich oft öffentlich widersprechen, unmögliche Dinge sagen wie z.B. „Es wird ja niemand gegen seinen Willen geimpft, selbst die Impfpflicht führt dazu, dass man sich zum Schluss freiwillig impfen lässt“, mit seiner unbedachten und höchst sonderbaren Art und Weise Millionen Bürger unter Druck setzen, die Gesellschaft spalten und in unnötige Panik versetzen, mit der Statistik spielen, das Grundgesetz missachten und es passiert nichts. Er wird sogar von Medien, die von Bürgern des Landes mit einem monatlichen Beitrag finanziert werden, als beliebtester Politiker gefeiert. Das kann nur eine merkwürdige Umfrage gewesen sein, denn unter allen seinen sozialen Netz-Profilen hagelt es nur an herber Kritik.
Ständige Angst und Bange, Sorgemodus und Abschneiden der Grundrechte schaden dem Immunsystem und der Gesundheit und gefährden den gesellschaftlichen Frieden. Die psychischen Folgen werden Menschen noch lange begleiten. Das wäre alles mit einem durchdachten Management vermeidbar gewesen. Aber dafür braucht man Entscheidungsträger, die mit ihrem Verhalten stimmig, positiv, konstruktiv und vertrauenswürdig sind.
Sein Auftreten und seine widersprüchlichen Behauptungen, seine Empathielosigkeit, auch die Art und Weise wie er z.B. den Genesenenstatus unerwartet grundlos gekürzt hat, als wären Millionen Genesene seine Leibeigenen, dies spricht eher dafür, dass der jetzige Gesundheitsminister merkbare Persönlichkeitsprobleme/Defizite hat und er definitiv für diesen Job nicht geeignet ist.
Allein die Tatsache der Halbierung des Genesenenstatus zeigt deutlich, dass er mit der Macht und Verantwortung nicht umgehen kann. Seine Auftritte zeigen seine innere Zerrissenheit: Einmal ist er optimistisch, einmal fast panisch. Er leidet oft unter pessimistischen Gedanken, z.B. wie schlimm es im Herbst nach der jetzigen Omikronwelle doch sein könnte. Er erzählt seine Befürchtungen sorgenvoll und betroffen. Er will Menschen schützen – sagte er, aber in Wirklichkeit brauchen Menschen Schutz vor seinem übertriebenen Aktionismus. Er will anscheinend alles kontrollieren, schafft aber ein seltsames ängstliches Klima.
Eigentlich sollten alle schon längst gemerkt haben, dass der Kaiser nackt ist, stattdessen preisen der Bundeskanzler und viele Politiker seine angeblich prachtvollen Kleider.
Und er galoppiert weiter wie machtbetrunken und redet ständig von der Impfflicht, während viele Länder Einschränkungen aufgeben und Omikron als ungefährlich einstufen. Und es gibt seltsamerweise keine Konsequenten für ihn. Als er den Genesenenstatus unerwartet von heute auf morgen von 6 auf 3 Monate gekürzt hat, wussten sogar die Länderchefs nichts davon. Was passierte? Nichts! Außer dass er eine Aufforderung bekam, beim nächsten Mal 2 Wochen früher Bescheid zu sagen.
Die führenden Politiker haben dem Gesundheitsminister die ganze Macht übertragen und wollen nicht zugeben, dass der Kaiser nackt ist oder sie sind nicht in der Lage, seine Nacktheit zu bemerken. Beides ist nicht gut für die Gesundheit und das Wohlergehen der Gesellschaft.
Hinter dieser Reaktion stecken ehemalige Babys/Kleinkinder, die sich damals gefügt und der Macht der übermächtigen Eltern gebeugt haben. Und jetzt leben sie unbewusst ihre damals verlorene Entscheidungsmacht aus, indem sie Millionen Bürger unnötig unter Druck setzen und ihre Grundrechte beschneiden.
Warum so viele Politiker in Deutschland dieses unwürdige Machtspiel bejahen, liegt vermutlich in der praktizierten Erziehung und Mentalität ihrer Elterngeneration. Denn es gibt andere Erfahrungen in anderen Ländern, wie z.B. ein viel gelassenerer Umgang mit dem Virus in Dänemark.
Wie ist es mit Leuten mit dem Verhaltensmuster 1, die sich über diesen Machtmissbrauch seitens des Gesundheitsministers aufregen und sich zur Wehr setzen? Als Kleinkinder haben sie ihr Ausgeliefertsein so schmerzhaft empfunden, dass sie jetzt als Erwachsene schwer zulassen können, von jemandem bevormundet und schikaniert zu werden.
Und es gibt auch Menschen, die durch die aktuelle Situation nicht stark getriggert werden, weil ihre Kindheit wenig belastet war. Zuerst nehmen sie mit Leichtigkeit und Humor das ganze traurige Theater um sich herum wahr, aber wenn sie irgendwann merken, dass die Lage so ernst wird, dass der nackte Kaiser auch von ihnen die Bewunderung für seine angeblich ach so tolle Gewänder verlangt, dann gehen sie auch aus Protest spazieren.
Das Land braucht jetzt ein nicht angepasstes mutiges Kind, das laut ruft: Der Kaiser ist nackt!
Möge dies schnell wahr werden!
Herzlichst, Nana
◊ Möchtest Du anfangen Deine Kindheit zu analysieren und wichtige Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Glaubenssätze sie geprägt haben? Dann schaue Dir dieses Angebot an »
von Nana Schewski | 30.12.2021 | Mentale Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung
Hinter jedem psychischen Problem steht ein Mangelgefühl, das uns oft unbewusst ist und deswegen umso stärker auf unser Leben wirkt: es drückt unser Selbstwertgefühl mächtig herunter, schafft Minderwertigkeitskomplexe, zwingt uns stetige Opfer- und Konkurrenzgedanken auf und verursacht viele Beschwerden und Probleme in unterschiedlichen Bereichen des Lebens: Gesundheit, Beziehung, Karriere, persönliche Entwicklung.
Wenn wir die Welt um uns herum aus dem inneren Mangelzustand wahrnehmen und entsprechend agieren, stehen wir stets auf der schattigen Seite des Lebens. Als hätten wir andauernd eine dunkle Brille aufgesetzt, die alles um uns herum grau und farblos erscheinen lässt. Auch Sonne verliert ihre Strahlkraft, wenn die Gläser lichtresistent sind. Aber sie scheint weiter, nur woanders.
Der innere Mangel drückt sich in defizitären Gedanken aus. Woran merken wir das? In allem: Gesichtsausdruck, Mimik, Körpersprache, Haltung, Stimme, Formulierungen z.B. mit viel „aber“, viel Skepsis, pessimistische Gedanken, ständiger Sorgen-Modus, Freudlosigkeit, Fokus auf das, was knapp ist, Unfähigkeit, volle Dankbarkeit und Zufriedenheit zu empfinden.
Wenn das Mangelgefühl stark unsere innere Welt prägt, dann sind wir nicht nur ein wandelndes Mangel-Wesen, sondern wir ziehen auch alles, was mit dem Mangel zu tun hat, kräftig an.
Das innere Mangelgefühl kann zu den defizitären Glaubenssätzen hinzugerechnet werden: Es ist nicht genug da, ich bekomme nicht genug, es reicht nicht für mich, ich genüge nicht, ich kann alles (wieder) verlieren, für mich wird nicht gut gesorgt, etc.
Es ist möglich, in finanziellem Wohlstand zu leben und dabei sehr starke Mangelgefühle zu haben. In diesem Fall sind sich die Betroffenen ihres inneren Defizits nicht bewusst. Das Leben fühlt sich aber für diese Menschen nicht glücklich und leicht an. Ein Klient berichtete mir ungefragt von seinen teuren Reisen und wirtschaftlichem Erfolg, ließ sich aber monatelang Zeit, um meine Honorar-Rechnungen zu bezahlen. Wenn ich ihn mehrmals nicht daran erinnert hätte, hätte er überhaupt nicht gezahlt. Mit unserer Zusammenarbeit war er aber zufrieden und auch beim Kontaktieren hat er stets freundlich versichert: natürlich würde er bezahlen, aus zufälligen Versehen sei dies bis jetzt nicht erfolgt. Diese Zufälle!
Einmal buchte jemand bei mir ein online Info-Gespräch, das ich immer wieder kostenfrei und unverbindlich anbiete, um meinen potenziellen Klienten neben den Blogbeiträgen eine gute Möglichkeit zu geben, mich kennenzulernen und alle Fragen zu stellen, wenn sie an Psychotherapie oder Coaching interessiert sind.
Eine sorgenvolle Miene, stetiges Fokussieren auf das, was bisher nicht gut geklappt hat und was künftig problematisch sein könnte. Sie hatte jahrelange Gesprächstherapie ohne nennenswerte Ergebnisse hinter sich. Das stetige Gefühl des inneren Mangels an Vertrauen ins Leben, in sich selbst, ihrer Welt und mir gegenüber war fast in jedem Satz und ihrer Körpersprache zu spüren. Ich sah ihre Not und ihre Gefangenheit darin.
Kann ich diesem Menschen helfen? Nur dann, wenn sie offen genug ist, etwas anders als bisher zu machen, wenn sie mir Vertrauen schenkt und wenn sie den Mut hat, sich auf einen neuen Prozess einzulassen. Wenn Ihre Gefangenheit in ihrem inneren Defizit groß ist, könnte das bedeuten:
– dass an allen Methoden etwas auszusetzen sei
– Sie würde es schwer haben, mir und auch dem Prozess Vertrauen zu schenken
– Sie würde nicht daran glauben, dass ihre Situation verbessert werden kann.
Es ist bedauerlich, aber nicht jeder/Jedem kann geholfen werden, wenn die Bereitschaft, die Hilfe anzunehmen, nicht vorhanden ist. Es kann sogar so sein, dass der innere Mangelzustand so heimisch geworden ist, dass man sich darin gerne suhlt und alles tut, um darin zu bleiben. Diesen Fall beschreibe ich so, dass irgendwann ein negatives inneres Programm zustande gekommen ist und das Leben dann ein entsprechendes Echo zurück gibt. Das würde bedeuten, dass diese Person überall Probleme sieht oder hat: Familie, Beruf, Beziehungen. Das passiert oft, wenn der innere Mangel generationsübergreifend existiert.
Der innere Mangel hat mit nicht gelebter Selbstliebe zu tun. Eine liebevolle und positive Einstellung zu sich selbst kann nur entstehen, wenn unsere Ursprungsfamilie dies zulässt. Oft waren unsere Eltern selber durch inneren Mangel geprägt und gaben ihn unreflektiert an uns weiter. So wurde daraus ein generationsübergreifendes Mangel-Bewusstsein, auch dann, wenn die jetzige Generation in finanziellem Überfluss lebt.
Meine Tochter hatte in ihrer Kindheit ein Kind zu Besuch, dessen Eltern ich gut kannte. Nach dem Essen spielten sie im Kinderzimmer. Das kleine Mädchen begeisterte sich an einem Spielzeug. Es sagte, dass sie dies gerne auch haben würde. Ich fand dieses Spiel sehr entwicklungsfördernd und es kostete auch nicht viel. Zudem wusste ich genau, dass der Preis für diese Familie kein Problem sein dürfte. So sagte ich, dass ich toll finde, dass sie das Spiel mag und haben möchte, ich würde ihren Eltern davon erzählen, damit sie auch so ein Spiel bekäme. Zu meiner Überraschung sagte dieses kleine Mädchen mit Bestimmtheit: Nein, ich kann es nicht bekommen, meine Eltern haben kein Geld! Ich war sprachlos. Später fand ich im Gespräch mit ihrer Mutter heraus, dass sie das ihr zur Verfügung stehende Geld nicht für Spielsachen ausgeben wollte, weil sie fand, dass dies eine Aufgabe des Vaters sei. Um Diskussionen und Erklärungen mit der Tochter zu vermeiden, wies sie jede Bitte mit der kurzen Begründung „ich habe kein Geld“ zurück.
So können defizitäre Glaubenssätze entstehen, weil die Kinder nicht die Wahl haben, die Absichten ihrer Eltern zu hinterfragen und zu verstehen. Je nach Individualität des Falles ist es möglich, dass diese Worte „Kein Geld“ später zum Trigger werden und selbst in einer unbeteiligten Situation ein Mangelgefühl/ein Unbehagen/einen inneren Schmerz verursachen, ohne dass der Betroffene dafür eine logische Erklärung hat.
Ein Mangelgefühl bedeutet ein niedrigeres Selbstwertgefühl. Das versucht man mit allen Mitteln zu überspielen. Manche gehen sogar zum Training/Workshop, um ihr Selbstwertgefühl zu erhöhen und stabilisieren. Das ist aber so, als würde man eine tiefe Wunde haben und versuchen, sie mit einer Abdeckcreme zu kaschieren. Zielführend wäre es, die Wunde richtig zu säubern und sie wiederholend mit einer guten Heilsalbe zu behandeln.
Diese Behandlung kann am Anfang weh tun so, wie die innere Arbeit auch eine gewisse Anstrengung bedeutet. Aber ein auf innerem Mangel basierendes angeknacktes Selbstwertgefühl kann nicht dauerhaft mit gesprächstherapeutischen Techniken und Affirmationen gestärkt und erhöht werden. Die Wurzeln der Problematik müssen herausgefunden und geheilt/transformiert werden. Das ist ein Prozess, zu dessen Erfolg zwei Seiten gehören: Ein Experte für innere Transformation und ein Klient, der den Willen und die Entschlossenheit mitbringt.
Sonst bleiben wir in unserer inneren Gefangenschaft haften und das ist auch kein statischer Zustand. Innere Mangelzustände produzieren stets Mangel-Ereignisse um uns herum, um sich weiter zu erhalten und machen das Leben dadurch beschwerlich. Das wiederum führt zu inneren Anspannungen, zu psychosomatischen Beschwerden, zu Beziehungsproblemen, zur Freudlosigkeit.
Diese Ergebnisse hören sich zwar drastisch an, aber sie haben eine positive Seite. Sie wollen uns auf die inneren Missstände aufmerksam machen. Durch den Leidensdruck versuchen sie, uns zu Entscheidungen zu zwingen, damit wir uns von diesem inneren Mangelzustand befreien. Nur wenn wir diese Botschaften richtig interpretieren, haben wir auch eine Chance zur Veränderung. Dann fällt es uns leicht, zu handeln. Dann sehen wir plötzlich die Wege, die wir früher nicht wahrgenommen hätten.
Mögen uns die richtigen Wegweiser zur richtigen Zeit erscheinen.
Herzlichst, Nana
◊ Du möchtest Selbstcoaching ausprobieren? Glaubenssätze, die Deine Kindheit geprägt haben, kennenlernen? Dann schau Dir die Infoseite an: ⇒ hier klicken
Dieser Beitrag passt gut zum Thema: Eigentlich müsste ich glücklich sein ⇒
von Nana Schewski | 24.12.2021 | Mentale Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung
Liebe Leserin, lieber Leser meiner Webseite,
ich wünsche Dir ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest. Bei mir gab es am 23. Dezember eine traumhafte Schneelandschaft. Mal sehen wie lange der Schnee hier in Flensburg hält.
Das Jahr 2021 geht zu Ende und ich wünsche Dir, Deiner Familie und uns allen, dass das Neue Jahr 2022 uns positive Botschaften und persönliche Freiheiten (zurück)bringt, dass wir in der Lage sind, unsere Gesundheit und Leben selbstbestimmt zu kreieren, dass die Angst weniger wird und Lebensfreude ihren Platz einnimmt.
Ich möchte Dir jetzt meine Lieblingsübung zeigen:
– Ich sitze aufrecht, mal im Yoga-Sitz, mal die Füße auf dem Boden. Augen sind geschlossen.
– Ich fokussiere mich eine Weile auf meine Körperhaltung und Atmung, bis mein Atem langsamer und ruhiger wird.
– Dann denke ich an etwas, was ich liebe, so dass ich das Gefühl in meinem Herzen spüre.
– Dabei lege ich kurz meine Hände auf meinen Herzbereich.
– Jetzt lasse ich langsam das Gefühl wie ein goldenes Licht wachsen.
– Ich stelle mir vor, dass das Gefühl der Liebe überall in meinem Körper zu spüren ist.
– Dann lasse ich dieses Gefühl vom Herzen ausgehend wie eine goldene Lichtkugel wachsen.
– Dieser sind keine Grenzen gesetzt, wir vertrauen unserer Vorstellungskraft und lassen diese goldene Lichtkugel beliebig groß werden.
– Jetzt holen wir die Menschen, die uns lieb sind, in die Lichtkugel hinein. Bleiben wir kurz bei der Vorstellung und stellen uns vor, wie alle genug von diesem goldenen Licht bekommen.
– Die Übung beende ich mit dem Gefühl der Dankbarkeit mir, der Energie der Liebe und der Welt gegenüber.
– Dann mache ich die Augen auf und spüre in mich hinein.
Bei der nächsten Übung werde ich Dich und meine Email-Abonnenten in dieses goldene Licht holen.
Vielleicht machst Du mir diese Übung nach? So verstärken wir dieses schöne Gefühl und Du wirst Dich dabei und auch danach anders – viel besser und leichter fühlen.
Einen guten Rutsch ins Neue 2022 in Liebe und Leichtigkeit wünsche ich Dir.
Herzlichst, Nana
P.S. Für Fortgeschrittene: Dann hole ich die Personen in die Lichtkugel herein, die mir nicht lieb sind und beobachte, wie das goldene Licht sie umhüllt.
Dieser Beitrag passt zum Thema: ⇒ Vertraue, dass es gut wird (22.12.2019)
◊ Du möchtest Dein inneres Kind und Glaubenssätze, die Deine Kindheit geprägt haben, kennenlernen? Dann schau Dir die Infoseite an: ⇒hier klicken
von Nana Schewski | 27.11.2021 | Kindheitsprägungen, Persönlichkeitsentwicklung
Ein gesundes und zufriedenes Leben, wer will das nicht? Nur: Der Weg zur Lebenszufriedenheit ist oft stolprig und voller Hindernisse. Das größte Hindernis liegt in uns selbst. Das ist unsere Einstellung zu uns: zu wenig Selbstliebe, zu wenig Gefühl der Fülle und zu viel defizitäre, kritische Gedanken und Stimmungen.
Ein lächelndes süßes göttliches Baby passt sich seiner Welt an, lässt sich formen, um Zuwendung und Überleben zu sichern oder geht irgendwann in ewigen Widerstand, um sich zu wehren und dabei verlernt es den Zugang zu der eigenen Einzigartigkeit.
Dann vergehen Jahre und es kommt die Zeit, Halt zu machen und sich neu zu entdecken. Das Wort Selbstliebe ist oft unterschiedlich interpretiert. Ich würde lieber beschreiben, was ich damit meine: ein ruhiges, schönes, fürsorgliches, heimisches Gefühl mit sich selbst. In der Ruhe liegt die Kraft und Selbstliebe ist sehr kraftvoll. Sie bedeutet, mit einem inneren liebevollen Blick sich selbst betrachten zu können, nicht weil Du so ein toller Kerl /eine tolle Frau bist, sondern weil es Dich gibt.
Wie kommen wir zu diesem Zustand?
Ein Mangel an Selbstliebe führt zur Entstehung unterschiedlicher Beschwerden und Krankheiten. Können wir uns Selbstliebe verordnen?
„Liebe Nana,
Vor einem Jahr hat sie mich kalt erwischt…
Diese Krankheit, diese dunkle Wolke (wie ich sie nenne)…
Ich war in einem schwarzen Loch gefangen und wusste keinen Ausweg mehr…
Es war das Leben ohne Gefühle, farbenleere Existenz…
Dann landete ich bei dir…
Ich musste durch die Hölle gehen, um dieser Dunkelheit zu entkommen und du hast mich begleitet.
Geduldig, leise, behutsam…
Es war ein grausamer Weg!
Ein langer Weg voller Schmerz und Überraschungen, Leiden und unerwarteter Freude, Fragen und nicht erwarteten Antworten…
Der Weg zu mir,
oder zu sich selbst…
Nenn es, wie du willst.
Und fast ein Jahr später hat mich ein Gefühl genauso kalt erwischt wie die schwarze Wolke damals.
Es war ein regnerischer Tag, ich ging zur Arbeit…Auf ein Mal war alles anders, es war leichter, voller Farben…
Unbekanntes Gefühl ergriff mich…
Ich war leichter, heiter und mir wurde klar, dass ich verliebt war!
Verliebt in mich!!!
Das erste Mal in meinem Leben war mir diese einzigartige Liebe bewusst!
Es fühlte sich großartig,
fremd aber groooooßartig an…
Ich hatte mich!!!
ICH LIEBTE MICH?!!
Ich wusste mit jeder Faser meines Körpers, dass es ein Neuanfang war.
Es stand nichts mehr zwischen mir und mir…
Ich war frei…
Und ich musste an Dich denken…
Danke ♥“
Nach einem intensiven Tag flatterte eine Email mit diesem Text herein. Ich kenne emotionale, sachliche, zurückhaltende, überschwängliche Rückmeldungen, aber diese war eine besondere.
Ich hatte in diesem Sommer mit Miriam das 10-Stunden Coaching-Paket absolviert – erfolgreich -zumindest glaubte ich daran. Danach schrieb ich ihr mehrmals, damit sie ihren heutigen Stand und die ganze Arbeit kurz resümiert. Anscheinend war sie sehr beschäftigt, denn es kam monatelang keine Antwort. Das ist für mich immer ein gutes Zeichen. Nach meiner Erfahrung ist es dann der Fall, wenn es jemandem gut geht, wenn jemand zufrieden ist. Wir wissen doch, dort wo wir unzufrieden sind, melden wir uns schnell.
Und ich irrte mich diesmal auch nicht. Ich war sehr ergriffen beim Lesen, auch dankbar und glücklich. Ich fragte sie, ob ich ihre Rückmeldung im Blog veröffentlichen dürfte. Mache was Du willst – schrieb sie mir zurück.
Ich habe den Fall vor mein inneres Auge geholt: Sie kontaktierte mich anfangs, weil sie meine Blogbeiträge über Kindheit und ihre Auswirkungen auf unser Erwachsenenleben gelesen hatte. So haben wir per Messenger gesprochen. Danach hörte ich einige Zeit Nichts von ihr, bis sie sich entschlossen meldete und mich bat, das Honorar für ein 10-Stunden-Paket auf mehrere Monate zu verteilen. Sie erzählte auch, dass sie ein Gespräch in einer Psychotherapeutischen Praxis mit Kassenzulassung gehabt hatte, am Ende sei sie dann doch ihrer inneren Stimme gefolgt und habe sich für meine Unterstützung entschieden. So hatten wir einige Termine in der Praxis, den Rest online per Zoom.
Was haben wir geschafft? Wir haben an einer sehr problematischen Beziehung zur Mutter und an einem sehr schmerzhaften Beziehungsthema gearbeitet und beide Knoten gelöst. Das ist leicht gesagt, in Ihrem Email-Text oben spürst Du bestimmt die Tiefe ihrer Gefühle. Unsere Arbeit verursachte nicht diese Gefühle. Sie waren schon da. Durch die innere Arbeit sind die Gefühle aktiviert, um sie zu lösen und zu transformieren.
Die Prüfung unserer getanen Arbeit fand dann schon nach einigen Wochen statt. Nach einem Wiedersehen mit der Mutter erzählte Miriam mir, dass sie von der Leichtigkeit des Treffens überrascht war. Es seien andere Energien als üblich zwischen ihr und ihrer Mutter zu spüren gewesen.
Wir haben bei jedem Treffen begleitend Ich-Stärkung gemacht: Übungen, Visualisierungen und vieles mehr um sie aufzubauen und innerlich zu stabilisieren und aufzurichten. Sie übte zu Hause ca. 15 Minuten täglich ihre „Hausaufgaben“.
Beim letzten Treffen haben wir ein Tool intensiv eingeübt, das Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Damit sie einen Plan hat, um sich selbst zu unterstützen.
Und was wichtig ist – wir hatten das Thema Selbstliebe explizit nicht. Wir haben 2 starke Blockaden im Unterbewusstsein gelöst und neue Glaubenssätze verankert. Ich wusste, dass die Klienten Zeit brauchen, um die Ergebnisse im Alltag zu spüren. Was sie über Selbstfindung und Selbstliebe schreibt, ist einfach eine Folge-Entwicklung unserer Arbeit. Ich habe ihr geholfen, aus dem Defizitmodus herauszukommen und ihre Wirklichkeit in ihrem Herzen neu zu definieren und dann nimmt die Entwicklung richtig Fahrt auf.
In den 10 Stunden haben wir wirklich viel geschafft. Es war selbst für mich ein sehr hohes Tempo. Jeder hat seinen eigenen Stand und Miriam hatte schon einiges versucht, bis sie zu mir kam. Und sie war verzweifelt und entschlossen etwas zu ändern.
Normalerweise brauchen wir etwas mehr Zeit für innere Veränderungen, aber nicht jahrelang. In ihrem Fall war die Bereitschaft hoch und ihr Vertrauen groß, dass ich die richtige Person für ihr Anliegen bin.
Sie erzählte mir auch, dass durch unsere Zusammenarbeit ihr Essverhalten und dadurch ihr Gewicht anders geworden seien. Wir kamen nie auf diese Themen und sie ist nicht übergewichtig. Die Erklärung ist, dass durch Lösung der inneren Blockaden gewisse innere Kräfte aktiviert werden und ein anders Bewusstsein und einen anderen Umgang mit sich selbst entstehen. Das ist ein Prozess, der weiter geht, denn alles ist in Bewegung.
Jeder Tag, gelebt in hellen inneren Farben, ist ein großartiges Geschenk. Ich weiß sehr gut, wovon ich spreche. Dafür lohnt es sich wirklich, unseren Blick auch nach innen zu richten, unsere innere Welt zu erkennen und sie wenn nötig zu heilen/transformieren. Wir nennen diesen Prozess „innere Arbeit“ und für viele klingt diese Bezeichnung nach harter Arbeit. Am Anfang brauchen wir tatsächlich Mut und Ausdauer und irgendwann fängt dieser Prozess an, ein Vergnügen zu werden. Was kann nur angenehmer sein, als in unserem Herzen Frieden, Harmonie und Liebe zu spüren? Du willst davon immer mehr und mehr.
Das sei uns allen gegönnt.
Herzlichst, Nana
◊ Du möchtest Selbstcoaching ausprobieren? Glaubenssätze, die Deine Kindheit geprägt haben, kennenlernen? Dann schau Dir die Infoseite an: ⇒hier klicken
von Nana Schewski | 10.05.2021 | Persönlichkeitsentwicklung
Sie haben Frozen Shoulder, so heißt Ihre Krankheit – sagte der Arzt. Frozen Shoulder? Ich empfand das, was ich spürte, eher eine brennende Schulter als eine eingefrorene. Anfang Januar saß ich auf meinem Sofa und stellte plötzlich fest, dass meine rechte Schulter fürchterlich weh tat. Es tat weh, ohne dass ich mich bewegte. Selbst das Atmen spürte ich schmerzhaft in meiner Schulter. Ich konnte die Welt nicht verstehen. Mit Unterstützung meiner Familie schaffte ich es klagend bis zum Bett in der Hoffnung, dass ich am nächsten Tag aufwache und mich in meiner heilen gesunden Welt wiederfinde.
Am nächsten Tag war meine Situation schlimmer. Ich konnte mich nicht bewegen, ohne Hilfe nicht anziehen und jede Regung tat fürchterlich weh. Ich war so verzweifelt, dass mein Mann zum Hörer griff und so bekam ich in ein paar Tagen einen Termin in der Universitätsklinik Kiel. Die Tage voller Schmerz, starker körperlicher Einschränkung und Ungewissheit waren für mich sehr herausfordernd. Ich fühlte mich überrumpelt und hilflos.
Da ich meine körperliche und psychische Gesundheit als studierte Gesundheitsexpertin täglich gut pflege, wurde ich kaum krank. Jeden Morgen fange ich gewöhnlich mit einer aufmunternden Meditation, Trockenbürsten, Dehnungen und Übungen an. Jede Woche QiGong und Yoga, zur Arbeit fahre ich meistens mit dem Fahrrad und arbeite leidenschaftlich gerne im Garten. Mein Haushalt kennt keine Schmerztabletten, alle gelegentlichen Schmerzen schaffe ich mit meinen eigenen Methoden, wie Energie- und Körperübungen weg. Ich bevorzuge frisches und ökologisches Essen und achte auf mich. Als Coach für innere Blockaden und Transformation tue ich auch viel um meine innere Welt zu stabilisieren und sie positiv zu gestalten.
Und woher kam dieses Problem? Diese Frozen Shoulder? Später habe ich erfahren, dass sie in meinem Heimatland „Puppenarm“ genannt wird. Das passt besser, wenn ich mir meine sowjetischen Kindheitspuppen vor Augen führe.
Unser Körper ist ein Sprachrohr unseres Innenlebens: Unsere Sehnsüchte und Freuden, aber auch unsere Schmerzen und Defizite finden immer einen körperlichen Ausdruck in unterschiedlicher Art und Weise. Alles was sich im Außen zeigt, sei es Hauptbild, Schmerzen oder Blutdruck, hat seine Wurzeln im Innen.
Unser Körper kommuniziert mit uns auf seiner Art und Weise. Sendet frühzeitig Signale/Symptome, die aber oft nicht gehört/gesehen werden und wenn ja, dann bekämpfen wir sie gerne mit Tabletten oder Spritzen statt nach Gründen zu schauen.
Mir war am Anfang schon klar, dass mein Problem zwar multifaktoriell war: Alter, Geschlecht, Disposition, Belastung, innerer ungelöster Konflikt… Aber ich wusste auch ganz genau, dass hier ein unbewusster Konflikt in mir beim Ausbruch meiner Schultererkrankung eine entscheidende Rolle spielte. Die Krankheit hat mich buchstäblich gestoppt, mich gezwungen den täglichen Galopp zu stoppen und genau hinzuschauen.
Ich saß auf meinem Sofa, die Familie zur Arbeit/Schule und ich konnte nichts machen. Selbst einfach da zu sitzen war mühselig, schon die kleinste Bewegung verursachte in meiner rechten Schulter stechende Schmerzen. Es gab keine Position in der ich mich wohl fühlte.
Es muss wohl meine große Sehnsucht nach meiner alten heilen Welt sehr groß gewesen sein: so holte ich meine Coaching-Unterlagen zur Hilfe heraus (weil meine Konzentration nicht gut war) und fing an, mich Schritt für Schritt anzuleiten – so wie ich es mit meinen Coaching-Kunden tue.
Ich weiß nicht mehr wie viel Zeit und wie viele Sitzungen ich gebraucht habe – Zeit hatte ich ja. Alle Unterlagen waren selbstverständlich schon längst an mir erprobt, aber die jetzigen Ergebnisse erstaunten mich sehr. Anscheinend waren in meiner verzweifelten Lage die Tore meines Unterbewusstseins weit offen.
Ich sah einiges was mir vorher verborgen blieb.
Ich spürte Gefühle, deren Intensität ich nicht kannte.
Ich hatte Bilder, erstaunlich klare Bilder aus meiner Kindheit.
Mir sind gewisse Zusammenhänge sonnenklar geworden.
Ich habe deutlich gesehen, was das eigentliche Problem hinter dem offensichtlichen Problem war, warum der innere Konflikt entstanden ist und warum ich ihn nicht vermeiden konnte und warum ich jetzt krank mit der Schulter war.
Irgendwann sah ich das ganze Mosaikbild und es war im Moment nicht erfreulich. Es rollten immer wieder Tränen herunter.
Und ich habe die Botschaft erkannt.
Ich habe meinen Anteil erkannt.
Nein – ich fühlte mich nicht schuldig: ich habe entdeckt, wie ich in einem Verhaltensmuster gefangen war, und dieses Muster kam lange nicht zutage, weil es davor nicht getriggert wurde.
Ich habe erkannt, dass ich vor Monaten dabei war, eine für mich richtige Entscheidung zu treffen und mich aber am Ende zu einer anderen Entscheidung überreden ließ. Ich habe den Fehler erkannt. Die Diagnose war eine Art Rechnung, die ich zahlen musste, aber auch eine Chance. Ich sah die Wahrheit, die schmerzte zwar sehr, aber sie gab mir auch eine Möglichkeit zur Befreiung und Heilung.
Es war in meiner Macht, die Chance anzunehmen oder diese Schmerzen mit Arzneimitteln und Zeit ruhig zu stellen.
Ich nahm den ersten Weg dankend an.
Ich habe natürlich gedacht, dass es an dieser Stelle hilfreich wäre, die Geschichte dahinter genauer zu erzählen. Ich habe dafür eine Form gefunden, hier ist sie ⇓
Es wurde mir ein jahrelang ersehnter Besuch angekündigt und dies habe ich zuerst spontan mit großer Freude bejaht. Wenig später hatte ich meine Zweifel bekommen, ob jetzt die rechte Zeit sei. Ich habe ein sehr ereignisreiches Jahr gehabt: Aufträge plus meine Praxis-Eröffnung. Ich hatte beide Hände voll zu tun gehabt um die Sichtbarkeit und die Kundengewinnungsstrategie für meine neue Praxis zu planen, plus meine Familie, Garten und Wellensittich Butschi. Ich habe sogar im Sommer mit dem Gedanken geliebäugelt, mich am Ende des Jahres zurückzuziehen um mich gut erholen zu können. Und nun der Besuch, der von mir sowohl Vorbereitungen als auch wochenlange Planungen abverlangte.
Ein Teil in mir freute sich sehr auf den Besuch und konnte es kaum erwarten mit der Planung anzufangen.
Die andere Stimme sagte mir aber deutlich: Ich bräuchte jetzt Zeit für mich, ich müsse mich erholen, ich solle ja den Besuch verschieben…
Die erste Stimme sagte aber: Nein, so viele Jahre hat es nicht geklappt und jetzt ist es endlich soweit, Du wirst es schon schaffen…
Darauf die zweite: Du überforderst Dich, sage jetzt nein, im Sommer ist es bei Dir am schönsten, lade den Besuch für den Sommer ein…
Die erste: Eine Absage wird der Beziehung schaden, weil dies jetzt als Abweisung verstanden wird… Du hast ja schon zugestimmt. Außerdem wünscht sich der Besuch die Weihnachtszeit im Norden mit Orgelmusik zu genießen…
Die zweite: Wenn Deine Absage der Beziehung schaden sollte, dann stimmt mit der Beziehung etwas nicht! Verschiebe den geplanten Besuch rechtzeitig, bis er noch keine Flugtickets hat…
Und so ging es weiter…. Innerlich zerrissen fragte ich meine Familie um Rat und sagte ihnen deutlich, dass meine innere Stimme mich dazu drängte, den Besuch jetzt im Winter abzusagen und ich war dafür, diese Stimme in mir ernst zu nehmen. Und die beiden sagten einstimmig: Oh, Du hast Dir diesen Besuch oft gewünscht und jetzt gibt es eine reale Möglichkeit. Freue Dich, sage bitte nicht ab, es wird so schön…wir schaffen das zusammen…
Am Ende sagte ich doch nicht ab, obwohl die Stimme 2 in mir nicht stumm wurde und mir wiederholt sagte, dass jetzt keine geeignete Zeit für einen Besuch sei. Ich ignorierte sie einfach, obwohl ich ein ungutes Gefühl dabei hatte.
In dieser Zeit kam es zu den ersten Schmerzen in der rechten Schulter. Ich hatte dafür eine Erklärung: Ich schleppte mein Fahrrad auf einer Treppe, deren Höhe ich am Anfang unterschätzte, mühselig hoch. Ich dachte mir, dass dies die Folge einer Überanstrengung sei und sich legen würde.
Aber die leichten Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, besonders wenn ich etwas hoch hob, blieben weiterhin.
Nach einigen Wochen war ich schon der Meinung, ich sollte zum Arzt gehen um das Problem zu klären. Aber es war die Zeit vor Advent. Hektik überall, kaum Terminmöglichkeiten, meine Arbeit, die Planung für den Besuch, Vorbereitung für diese Jahreszeit und vieles andere nahmen mich voll und ganz in Anspruch. So habe ich nichts unternommen in der Hoffnung, dass dieses Problem selber verschwinden würde.
Meine Planung für den Besuch lief großartig. Nur ein Vorfall gleich am Anfang überschattete die Stimmung und belastete mich emotional in dieser dunklen Jahreszeit, die für mich eine besinnliche und ruhige Zeit sein sollte. Es gab viele schöne Momente, aber der Alltag und Unternehmungen ermüdeten mich sehr. Ich tat mein Bestes es zu ignorieren. Meine Schmerzen wurden prägender, aber ich hatte keine Zeit für sie.
Nach diesem Besuch kamen Anfang Januar unsere Verwandten vorbei, denen wir herzlich begegneten. Danach saß ich auf dem Sofa zufrieden mit dem Gedanken wie gut ich alles gemeistert habe und schmiedete wunderbare Pläne, als sich meine rechte Schulter mit starken Schmerzen meldete. Und das schien so, als wäre es aus heiterem Himmel.
Auf dem Foto siehst Du wie ich mit beiden hochgehobenen Armen freudig posiere. Es hat mehr als drei Jahre gedauert die Steifheit aufzuheben. Was hat mir geholfen?
Die erste Hilfe bekam ich von meiner Hausärztin, die mir ein hochpotenziertes homöopathisches Mittel gab. Es war meine feste Entscheidung, zuerst diesen Weg zu probieren. Ich hatte tatsächlich nach zwei Tagen kaum Schmerzen, die Entzündung ist schnell abgeklungen, aber die Blockade in der Schulter blieb lange.
Physiotherapie ist zielführend, wenn der Therapeut sich mit der Krankheit auskennt. Die punktuelle Massage hat mich sehr schnell befähigt, mit dem Fahrrad fahren zu können, was für mich ein großes Glück war.
Tägliche Massagen und Übungen – so gut wie ich konnte.
Das Wichtigste war aber meine innere Arbeit: Visualisierungen, Körpermeditationen, innere Transformationen. Warum habe ich den Besuch nicht absagen können? Die zielgerichteten Fragen führten mich zum inneren Muster, das seine Wurzeln in meiner Biografie hatte. Dieses Muster kann nur im Unterbewusstsein geändert werden.
Ich kam relativ schnell zum Schluss meine Frozen Shoulder-Erkrankung nach dem anfänglichen Fluchen doch zu segnen. Sie hat mich wachgerüttelt, wichtige Erkenntnisse ermöglicht und mir die Motivation gegeben, etwas anders/besser zu machen, sowohl auf die Seele als auch auf den Körper bezogen.
Hier wurde ein innerer Konflikt auf körperlicher Ebene ausgetragen um mich zum Nachdenken und Handeln zu zwingen. Um mir zu ermöglichen, dass ich zu mir stehe, dass ich mich an erster Stelle für meine Grundbedürfnisse einsetze. Ich bin zu 100% sicher, hätte ich mich klar für meine innere Stimme entschieden und ohne schlechtes Gewissen den Besuch verschieben können, dann hätte es meine Frozen Shoulder nicht gegeben.
In jeder Krise stecken Chancen, sie müssen nur gesehen und genutzt werden. So wünsche ich Dir, dass Du hinter etwas, was Dich belastet, sei es eine Krankheit, Ereignis, Erinnerung oder Stimmung, Deine eigenen Chancen zum Weiterkommen entdeckst und sie auch nutzt. Das stärkt und stabilisiert uns ungemein.
Das sei uns allen gegönnt.
Herzlichst, Nana
◊ Finde heraus welche Glaubessätze Dein Leben geprägt haben und vieles mehr ⇒ hier klicken
◊ Komm zu meiner Community um meine Beiträge zugesandt zu bekommen, melde Dich für meinen Infoletter an ⇓
von Nana Schewski | 03.11.2020 | Ich-Stärkung, Persönlichkeitsentwicklung
Das Thema Selbstliebe kam Ende meiner Zwanziger zu mir – durch Bücher, Studium und zahlreiche Fortbildungen. Selbstliebe sei der Schlüssel zu unserem Glück. Seither habe ich das Wort sehr oft gehört/gelesen, habe aber das Gefühl, dass nicht jeder das Gleiche meint. Was ist für Dich Selbstliebe? Hier in diesem Beitrag habe ich meine persönliche und berufliche Erfahrung mit Selbstliebe summiert. Vielleicht bewirkt es in Dir ein Echo?
In meinem Heimatland war das nie ein Thema, es war damals eher verpönt als narzisstische und egoistische Haltung. Entsprechend war ich anfangs vorsichtig, fand aber schnell Gefallen an dem Wort und seinem Inhalt.
Am Anfang glaubte ich, dass ich genug Selbstliebe praktiziere indem ich mich gut pflege (Sport, frische Luft und gesunde Ernährung) und kleide, mir ein schönes Zuhause gönne und mich mit Menschen, die mir gut tun, umgebe.
Aber so einfach ist das Leben nicht. Es gab Herausforderungen und Konflikte. Ich musste Entscheidungen treffen, die nicht leicht für mich waren und es waren nicht alle Menschen nett um mich herum.
Deswegen habe ich Irgendwann meine Selbstliebe-Liste erweitert: sich emotional schonen soweit es möglich ist – dies war lange mein Motto. Es war in gewisser Hinsicht eine Vermeidungsstrategie, aber ich war davon überzeugt, dass sie mir gut tat.
Meine berufliche Tätigkeit gab mir weitere Impulse. So bedeutete es irgendwann Selbstliebe „Nein“ zu sagen z.B. zu Aufträgen, Beziehungen. Das fiel mir nicht leicht. Nur wenn eine gewisse Grenze meiner inneren Würde angetastet wurde, dann gab es kein Zögern.
Es vergingen Jahre. Durch meine berufliche und persönliche Entwicklung und Praxiserfahrungen habe ich Selbstliebe für mich neu definiert.
Ich habe verstanden, dass Selbstliebe eine absolute Ehrlichkeit braucht, dass wir unsere innere Weisheit nicht austricksen und belügen können.
Ich habe verstanden, dass ich in den meisten Fällen, wenn ich einem Problem ausweiche, es beiseiteschiebe, indem ich Auseinandersetzungen vermeide und nett sein möchte, dadurch einen Teil in mir verrate. Dies ist keine wahre Selbstliebe.
Klar müssen wir nicht überall unseren Senf dazu geben, aber bestimmt kennst Du Situationen, in denen Du Deine Meinung zurückgehalten hast, obwohl Du in der Lage gewesen wärest, sie sachlich kund zu tun. Da Du aber wusstest, dass Dein Gesprächspartner Deine Meinung nicht gut heißt, hast Du Dich und die Beziehung geschont und nichts gesagt. Schweigen sei Gold, aber manchmal ist es ein Verrat an uns, nichts zu sagen. Es ist eine Feigheit, die einem bestimmten Teil in uns nicht gut tut.
Harmonie-strebende Menschen sind oft in dieser Lage. So schaffen sie oft äußere Harmonie auf Kosten der inneren. Das fühlt sich nicht gut an.
Alles was in unserer frühen Kindheit für uns eine Herausforderung war, wird uns vom Leben immer wieder in unterschiedlichen Formen serviert. Woran merken wir das? Der Geschmack ist uns irgendwie gut bekannt. Und es schmerzt sehr, ohne dass uns die Gründe bewusst sind.
Jeder derartige Zustand ist eine Einladung an uns, dass wir genau hinschauen und versuchen, unseren Ursprungsschmerz zu finden. Aber da wir auf Schmerzvermeidung angelegt sind, schieben wir diese Chancen beiseite.
Und sie kommen immer wieder zurück – in unterschiedlichen Formen. Manchmal erkennen wir diesen Wiederholungseffekt selber, berichten sogar darüber und sind froh, wenn dieser irgendwann vorbei ist. Und das ist auch keine Selbstliebe – nach meiner Erfahrung.
Unbewusste unerledigte innere Konflikte kosten uns enorm viel Kraft, belasten unsere körperliche und seelische Gesundheit. Es ist in unserem Interesse, sie bewusst zu machen, die schmerzhaften Wunden offen zu legen und sie zu heilen. Das tun wir aber selten, dafür haben wir weder Zeit noch Ressourcen.
Vor Jahren hat mir eine Frau erzählt, dass sie wegen ihrer Mutter weit weg von ihrer Ursprungsfamilie wohnt. „Ich habe eigentlich eine gute Beziehung zu ihr, aber sie tut mir nicht gut“ – sagte sie. „Von meinem Vater habe ich eher das, was man bedingungslose Liebe nennt, gespürt, von ihr kam stets nur Druck, wie ich zu funktionieren hätte“. Dann fügte sie zu: Die Mutter wüsste es nicht besser, sie selbst hätte es nicht einfach unter ihrer Mutter. Ich fragte diese Frau, ob sie sich mit ihrer Mutter ausgesprochen hätte. „Nein, nur nebenbei in einer leichten Form“ – sie würde ihre Mutter mit keinen großen Vorwürfen belasten wollen. Ihre Mutter würde sehr unglücklich werden, wenn sie erfahren würde, dass ihr Verhalten maßgebend dafür sei, dass die Tochter mit ihrem Leben nicht gut zu Recht kommt.
Mir kam die Situation sehr bekannt vor: in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld gibt es viele ähnliche Beispiele. Mir geht es nicht darum, dass wir unseren Eltern schwere Vorwürfe und dadurch ihnen das Leben schwer machen.
Aber wenn wir unseren inneren Schmerz ignorieren, weil wir aus Schuldgefühlen unseren Eltern gegenüber nicht wenigstens zu uns selbst ehrlich sind, dann ist es wahrlich keine Selbstliebe.
Wir kaufen uns vielleicht schöne Sachen, besuchen schöne Orte, aber einen Teil in uns, der in Verzweiflung und Schmerzen erstarrt geblieben ist, schieben wir gnadenlos beiseite, wenn er sich meldet.
Selbstliebe ist: diesen Teil wahrzunehmen, ihn zu spüren auch wenn es weh tut, und in einer liebevollen Kommunikation diesen Teil von seinem Problem zu befreien.
Selbstliebe ist, dafür zu sorgen, dass unsere inneren Anteile miteinander harmonisch in bedingungsloser Liebe und Unterstützung vereint sind.
Dafür brauchen wir Mut, um uns mit unseren negativen Gefühlen auseinandersetzen. Es gibt keinen besseren Erfolg, als sie Stück für Stück loszulassen.
Selbstliebe ist, wenn wir stimmig mit uns selbst (kongruent) sind, wenn wir uns nicht verstellen müssen aus Angst, Zuwendung von außen zu verlieren.
Selbstliebe ist, wenn wir akzeptieren und gut heißen, dass wir kein perfektes Wesen sondern ein Original sind.
Selbstliebe ist, wenn wir uns innere Freude und Leichtigkeit gönnen.
Auch wenn diese Worte überall herumschwirren, der Inhalt kann nie inflationär werden. Es ist nicht einfach und es passiert nicht über Nacht, innere Freude und Leichtigkeit als ständige Begleiter zu bekommen, aber wir können sie uns zuliebe zu uns einladen. Wir können uns auf diesen Prozess einlassen.
Selbstliebe ist, dafür zu sorgen, dass wir unseren Fokus auf positive Inhalte und Gefühle legen. Es gibt gutherzige hilfreiche Menschen, die eine gewisse erdrückende Schwere ausstrahlen. Selbstliebe ist, wenn wir uns statt dieser Schwere höhere Schwingungen und innere Stimmigkeit erlauben und ermöglichen.
Das Gute daran ist: je fester wir im Selbstliebe-Modus sind, desto mehr Zuwendung kommt von außen – ungefragt, ohne Kampf, als wäre Selbstliebe ein Magnet, der Gutes und Schönes einfach anzieht.
Diese Vorstellung hat mich sehr motiviert. Die Ergebnisse haben mich beflügelt, immer weiter zu gehen. Dieser Prozess sei uns allen gegönnt – wir sind es alle wert.
Herzlichst, Nana
◊ Findest Du meine Themen interessant? Dann schreibe mir einfach Deine Meinung und ggf. Deine Erfahrung als Kommentar. Ich freue mich sehr darauf.
◊ Ich lade Dich herzlich ein zu meiner Community zu kommen. Auf der folgenden Seite » stehen alle Möglichkeiten, die Entscheidungsfreiheit liegt bei Dir.
Dieser Beitrag passt zum Thema: Warum ist unsere Kindheit so wichtig?