von Nana Schewski | 27.01.2020 | Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung
Als das Flensburger Tageblatt auf der Titelseite des Lokalteils einen Artikel über mich und das Thema „Hochsensibilität“ veröffentlichte, habe ich dank zahlreicher Rückmeldungen das rege Interesse an diesem Thema wahrgenommen.
Als ich vor 2 Monaten einen Beitrag über Hochsensibilität und Verletzlichkeit auf meiner Facebook-Seite veröffentlicht habe, war ich sehr überrascht wie viele Leute ihn geliked, kommentiert und geteilt haben. Viele Menschen haben sich in der Beschreibung der Verletzlichkeit wiedergefunden und sie hielten sich anscheinend auch für hochsensibel.
Aber verursacht Hochsensibilität hohe Verletzlichkeit und alles andere, womit sie in Verbindung gebracht wird?
Zum Jahresende habe ich mir Zeit genommen, Gedanken über Hochsensibilität und ihr gesellschaftliches Image zu machen. Etwas stimmte für mich nicht. Hochsensibilität wird oft dramatisiert, als wäre sie eine große Belastung. Obwohl ich selber einige Beiträge den positiven Seiten der Hochsensibilität gewidmet habe, ist in anderen Beiträgen meine besorgte Stimme nicht immer zu überhören. Bekanntlich ist unsere Wahrnehmung von unserem Fokus abhängig. So ist in dieser besorgten Stimmung meine Hauptbotschaft zur Hochsensibilität untergegangen.
Hochsensibilität verursacht keine Probleme, weder im persönlichen noch im beruflichen Leben, sofern wir diese Eigenschaft bei unserem alltäglichen Handeln berücksichtigen. „Wie bei der Augenfarbe handelt es sich dabei um ein neutrales, gewöhnliches Merkmal“ – schrieb die Pionierin dieses Themas Elaine N. Aron. Hochsensibilität kann sehr viele Vorteile bieten. Wie das alles im Leben verwirklicht wird, ist von einigen Faktoren abhängig.
Motiviert durch viele Rückmeldungen wollte ich im Urlaub aus einer Vogelperspektive nochmals über das Thema nachdenken. Und das habe ich auch getan: gedacht, analysiert, gelesen und gesprochen. Mir ist einiges noch klarer geworden. Die Tatsache, dass ich mich als Coach jahrelang mit inneren Glaubenssätzen und Blockaden beschäftige, war mir sicherlich hier eine große Hilfe.
Hochsensibilität wird von vielen Menschen um uns herum als Mutter unterschiedlicher Probleme gesehen – zu Unrecht – so mein Fazit.
Nach dem Forschungsstand ist Hochsensibilität ein angeborenes Merkmal des Temperaments, also kein erlerntes. Sie ist die Fähigkeit, verstärkt Eindrücke/Reize tiefgründig aufzunehmen und sie tiefgründig (sowohl positiv als auch negativ) bearbeiten zu können. Diese Bearbeitung verlangt logischerweise Zeit und Ruhe und so ist ein zeitweiliger Verhaltensrückzug charakteristisch für diese Eigenschaft. Wenn dies nicht möglich ist, ist eine Überreizung wahrscheinlich. Die Grenze der Überreizung und die Reaktion auf Überreizung sind bei jedem Mensch unterschiedlich.
In vielen Büchern und überall im Internet wird folgendes Geschäftsmodell hochgepriesen: Da sitzt jemand am Meer oder am Pool mit einem Laptop. So verdient er seinen Lebensunterhalt und genießt gleichzeitig verschneite Berge oder rauschendes Meer. Es sieht sehr verlockend aus und darauf ist eine große Werbestrategie aufgebaut. Diese Strategie funktioniert anscheinend gut, weil sie unsere Sehnsucht nach einem leichten sorglosen Leben verkörpert. Die Realität ist, dass dies nur sehr bedingt möglich ist. Wir sind von Natur aus keine Multitasking-Wesen. Besonders die hochsensiblen Menschen dürften es noch schwerer haben Arbeit und schöne Reisen miteinander zu verbinden, weil sie dann viele Reize/Eindrücke aufnehmen und dadurch sehr abgelenkt sind. Und das ist auch gut so! Wir sollen im Hier und Jetzt sein und wunderschöne Natur richtig genießen statt am Laptop etwas zu tippen.
Ein hochsensibler Mensch braucht für gute Fokussierung eine Umgebung, die ihn wenig ablenkt. Er muss mehr darauf achten, als jemand ohne Hochsensibilität.
Lass uns den Begriff vereinfachen: Hochsensibilität ist die Fähigkeit, viele Reize aus der Umwelt aufzunehmen. Mehr nicht! Dass diese verstärkte Aufnahme der Reize für die Verarbeitung mehr Zeit und Energie benötigt, ist eine logische Konsequenz.
Alles andere, was der Hochsensibilität in die Schuhe geschoben wird, sind die Ergebnisse unserer inneren Ängste/Blockaden/ defizitären Glaubenssätze.
Wenn ein hochsensibles Kind in einer ungünstigen Umgebung aufwächst, bekommt es als Erwachsene all die bekannten Probleme mit Empfindsamkeit und hoher Emotionalität. Aber nicht wegen der Hochsensibilität sondern wegen seines Werdeganges und wegen seines Erbgutes. Möglicherweise verstärkt die Hochsensibilität seine Situation, aber sie verursacht nicht die Problematik.
Also:
- Hochsensibilität ist keine Ungeduld
- Hochsensibilität ist nicht die Veranlagung, stets zornig/wütend auf andere zu werden
- Hochsensibilität ist nicht ungeduldig/ungehalten zu sein
- Hochsensibilität ist nicht die Erklärung für Aggressivität
- Hochsensibilität ist nicht Mimosenhaftigkeit
- Hochsensibilität ist nicht schnell verletzlich und nachtragend zu sein etc.
Am Anfang habe ich auch die von mir in meiner Praxis beobachtete hohe Verletzlichkeit und Emotionalität mit Hochsensibilität erklärt, aber wenn ich genau hinschaue, sind es doch alles negative Prägungen/Glaubenssätze. Wir verleugnen die Hauptproblematik, wenn wir unsere Ungeduld, emotionale Betroffenheit etc. der Hochsensibilität anlasten. Wohin dies führen kann, dafür habe ich ein gutes Beispiel.
Psychologie Heute Online berichtete am 18. Dezember 2019, dass lautes Atmen, Kauen, Schmatzen in uns unbändigen Zorn auslösen könnten. Das Beitragsbild zeigt einen Mann, der in einen roten Apfel beißt.
Hier einige Kommentare unter diesem Beitrag (HS = Hochsensibilität):
„Das IN-DEN-APFEL-BEISSBILD ist besonders übel! Ich habe das Problem eher meiner Hochsensibilität zugeordnet…“,
„Nach dem Trinken laut „aaaahhchh“ machen. Könnt` ich reinschlagen“,
„Das kam bei mir mit der HS nach einem Trauma…“ ,
„…wenn jemand mit den Fingern knackt oder beim Trinken laut schluckt. Da könnte ich die Wände hochgehen“,
„Oh Gott, ich hasse es auch. Alles. Einmal bemerkt, kann ich nichts anderes mehr hören“.
Das sind einige Beispiele. Du merkst bestimmt, wie hoch das Aggressionspotential bei den Betroffenen ist. Zuerst eine Klarstellung: Hochsensibilität bekommt man nicht nach einem Unfall oder Trauma. Da wird man vorübergehend hochempfindlich.
Ja, hochsensible Menschen sind oft geräuschempfindlich. Weil sie wegen ihrer feinen Antennen alle Außengeräusche aufnehmen. Aber nicht alle geräuschempfindlichen Menschen müssen zwangsläufig hochsensibel sein. Und was wichtig ist, ein hochsensibler Mensch wird wegen Schmatzen seine Mitmenschen nicht schlagen wollen aufgrund seiner Hochsensibilität. Wenn jemand das doch tut, dann müssen wir die Gründe in der Sozialisation suchen.
Weiterhin habe ich einen Blogautor entdeckt, der wirklich ernsthaft behauptet, dass hochsensible Menschen keinen Smalltalk führen können. Die Begründung: Smalltalk sei für hochsensible Menschen zu oberflächlich. Wieso soll ein hochsensibler Mensch nicht in der Lage sein mit jemandem ein paar freundliche Sätze über das Wetter zu wechseln? Ich z.B. liebe es. Das Internet ist geduldig.
Wir sollten aufhören unsere Defizite mit der Hochsensibilität zu verwechseln/entschuldigen.
Leider spielen die Begrifflichkeiten hier eine ungünstige Rolle. Hochsensibilität wird oft zusammen mit folgenden Begriffen aufgereiht: „überempfindlich“, „verletzlich“, „verwundbar“, „empfindsam“, „mimosenhaft“, „rührselig“
Daher müssen wir unermüdlich aufklären und klar stellen, was eigentlich Hochsensibilität ist.
Was ist die Haupthürde bei der Hochsensibilität? Worauf sollte ein hochsensibler Mensch achten? Braucht er es überhaupt zu wissen, dass er hochsensibel ist?
Wenn dieser Mensch schon früh genug verstehen lernt, dass er sehr aufnahmefähige und feine Antennen hat und sich Strategien bewusst aneignet, die ihn vor möglicher Überreizung schützen, dann ist damit sehr viel getan. Die Aufklärung wird ihm dabei helfen, sein berufliches Leben nach seinen Stärken zu richten. Er wird sich besser verstehen können, was wiederum für seine beruflichen und persönlichen Beziehungen vorteilhaft ist.
Die Aufklärung wird diesem Menschen gut helfen, sein Leben besser, angenehmer, gesünder und erfolgreicher zu gestalten. Also warum nicht?
Mögliche Hürden am Arbeitsplatz?
Die über 10 Jahre intensive Beschäftigung als Berufscoach hat mir deutlich gezeigt: Wenn unser Job auf unseren Stärken basiert, wenn uns keine Dramen und inneren Konflikte/Defizite plagen und Energie rauben, dann findet sich immer ein guter Lösungsweg für entstandene Alltagsprobleme. Die inneren Probleme sollten im Coaching oder in der Therapie gelöst werden, sofern sie nicht mit Eigenbemühungen zu lösen sind. Das gilt für alle Menschen.
Nicht alle Menschen im Arbeitsumfeld, die sich nicht auf ihre Aufgaben am Schreibtisch oder am PC gut fokussieren können, weil ein Radio im Hintergrund läuft, müssen hochsensibel sein. Die Forschung ist sich darin einig, dass Multitasking zu Fehlerhäufigkeit und Leistungsminderung führt und das ohne Hochsensibilität.
Ist es nicht unser Recht die Möglichkeit zur Fokussierung zu haben, ohne dass jemand im Büro ein Radio einschaltet? Die Probleme liegen hier doch woanders als in der Hochsensibilität? Nämlich: in unseren/unserem Glaubenssätzen/Wertesystem.
Die Frage ist: Warum muss sich eine Person für ihren Wunsch nach einem ruhigen Arbeitsplatz rechtfertigen oder gar als „zu sensibel“ titulieren lassen? Es muss doch im Sinne jedes Arbeitgebers sein, den Mitarbeitern eine leistungsfördernde Umgebung zu ermöglichen? Hier werden auf die Hochsensibilität Probleme gelagert, die eindeutig in andere Bereiche gehören.
Die moderne Welt verlangt von allen Menschen schon hohe Disziplin und klare Prioritätensetzung um sich vor der Informations-/Reizüberflutung zu schützen. Wenn jemand diese Aufgabe für sich nicht bewältigt, bedeutet es nicht, dass die Hochsensibilität hieran immer schuld ist und/oder diese Person überhaupt hochsensibel ist.
Fakt ist: wir alle sind Originale, die viel Gemeinsames aber auch viele Unterschiede haben. So ist es auch mit der Hochsensibilität. Es spielen viele Faktoren, wie unser Temperament, Erziehung, Wertesystem, erlernte Reaktionsmuster eine wichtige Rolle.
Die einmal vorhandene Hochsensibilität bleibt uns immer erhalten mit ihren Stärken und Herausforderungen.
Die gute Nachricht ist: all unsere inneren Defizite, unterdrückter Zorn/Wut, fehlende Selbstachtung/-liebe, Anerkennung etc. sind lösbar und veränderbar. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich plädiere dafür, dass wir unsere Originalität mit oder ohne Hochsensibilität anerkennen und Verantwortung für unser Reaktions- und Verhaltensmuster übernehmen. Da der Mensch bekanntlich den Weg des geringen Widerstandes wählt, wünsche ich mir Motivation und Mut für uns alle um uns von Altlasten zu befreien und einen Weg zu uns selbst zu finden.
Das sei uns allen gegönnt!
Herzlichst, Nana
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Dieser Artikel passt zum Thema » Hochsensibel? – deine Vorteile
von Nana Schewski | 22.10.2019 | Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung
Hochsensibilität als ein Teil deines Temperaments hat zwei Seiten. Lass uns heute auf die positive Seite konzentrieren.
Im Leben passiert es leider oft, dass wir uns eher auf Defizite konzentrieren. Das ist ein falscher Fokus. Also machen wir jetzt das Richtige!
Eine Bitte gleich am Anfang – wenn du diese Eigenschaft hast, dann schaue dir bitte all diese Punkte an und schreibe doch deine Meinung als Kommentar oder direkt an mich per Email: nana@nana-schewski.com. Das würde meiner Forschung zum Thema sehr helfen und ich danke dir sehr dafür.
- Dank dieser Eigenschaft nimmst du sehr viele Eindrücke auf: Das ist in vielen Positionen ein großer Schatz. Wenn du einen ruhigen Arbeitsplatz hast, der dir gute Konzentration auf deine Tätigkeit ermöglicht, dann bist du ein großer Gewinn für dein Unternehmen. So bist du in der Lage, deine Eindrücke schneller zu ordnen und dir einen guten Überblick zu verschaffen.
- Dank dieser Eigenschaft analysierst du vieles tiefgründig. Es dauert zwar ein bisschen bis in deinem inneren See Klarheit herrscht, aber irgendwann hast du das ganze Mosaikbild vor Augen. Du siehst die Zusammenhänge klarer und besser. Wenn du früh genug Bescheid weist, dass du z.B. beim Meeting über ein bestimmtes Thema/Problem deine Meinung äußern sollst, dann profitieren alle von deiner Analyse. Dann kannst du ein gutes Problembewusstsein und Lösungsansätze präsentieren.
- Wenn Du im Personalbereich arbeitest, dann profitiert die Firma von deiner Empathie und Hilfsbereitschaft. Du nimmst Stimmungen leicht auf und suchst nach Wegen diese im Unternehmen zu verbessern. Das kommt allen zugute.
- Egal welcher Beruf und welche Verantwortung – du arbeitest gewissenhaft und achtsam – du weißt, dass du leicht ablenkbar bist und versuchst deswegen mit Achtsamkeit Fehler möglichst zu vermeiden.
- Du hast ein reiches vielfältiges Innenleben. Wenn dir deine innere Einstellung überwiegend einen positiven Daseins-Modus beschert, dann kannst du die positiven Seiten des Lebens intensiv genießen: schöne Natur, Musik, Kunst, Beziehungen etc. Das ist eine tolle Sache, wofür du sehr dankbar sein sollst. Die Frage ist, ob du überwiegend im positiven Modus bist?
Wenn Nein – die gute Nachricht ist, dass du diesen Zustand ändern kannst. Dafür musst du deine defizitären Glaubenssätze ändern. Auf meiner Webseite findest du viele Anregungen zum Thema.
Meine berufliche Erfahrung zeigt mir, dass viele Menschen und auch viele hochsensible Menschen leider eher im negativen Modus sind. Woran kannst du das erkennen: Mit welchen Gedanken fängst du den Tag an? Was sind deine Reaktionen, wenn etwas nicht glatt läuft? Wie kommunizierst du mit dir selbst? Wie ist es mit deinem Vertrauen dir/deinem Leben gegenüber? Welche Gedanken schießen dir in den Kopf, wenn du im Stau stehst oder der Flug ausfällt? Wo sind deine größten Ängste? Wie gehst du mit ihnen um?
Wenn bei dir pessimistische/defizitäre Gedanken überwiegen, dann wäre es in deinem Interesse, alles daran zu setzten, dass du diesen für dich ungünstigen Modus änderst. Als hochsensibler Mensch kannst du dir nicht erlauben, die besten Chancen zu versäumen und dir so viel Energie und den inneren Fokus rauben zu lassen.
- Du hast mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Vorstellungskraft. Je nach Beruf kann sich diese Eigenschaft auch als eine besondere Gabe erweisen. Z.B. In meiner Coaching-Praxis hat die Vorstellungskraft eine große Bedeutung. Durch Visualisierungsübungen, für die diese Vorstellungskraft sehr bedeutsam ist, kannst du schneller deine Ziele erreichen: deinen Geist stärken und gezielt lenken, deine Gesundheit sehr gut pflegen, deine Stimmung schneller beeinflussen, ja kurz gesagt: dein Leben selbst-wirksam gestalten.
Denn unsere Gedanken und Emotionen kreieren bekanntlich unser Leben. Mit einer guten Vorstellungskraft kannst du deine Gedanken und Gefühle besser zum Positiven hin transformieren. Somit kannst du dir dein Wunschleben kreieren.
- Zu dieser Eigenschaft gehört auch ein gutes visuelles Gedächtnis – die Bilder, die dich prägen/begeistern/berühren bleiben ganz fest in deinem Gedächtnis. Die positiven inspirierenden Inhalte bereichern dein Leben nachhaltig. Ich schwärme immer wieder von Orten, die ich vor Jahren gesehen habe und fühle mich selig/glücklich dabei. Das ist ein großes Geschenk!
- Du bist eine begeisterungsfähige Person – deine Feinfühligkeit erlaubt dir besondere Genüsse: Ob Blumenduft oder ein schöner Schmetterling – was andere kaum bemerken, du kannst darin vor Vergnügen hinschmelzen. Ist das nicht schön? Nur wundere dich nicht, wenn andere nicht so begeistert sind. Sage einfach Danke für diese Gabe!
- Die gute Vorstellungskraft und die Fähigkeit etwas tief zu empfinden und sich damit lange zu beschäftigen – ermöglichen dir oft ungeahnte Kreativität. Diese Kreativität kannst du meistens nicht auf Knopfdruck herbeizaubern (besonders wenn das Thema relativ neu ist), du brauchst Zeit, aber wenn du dir diese Zeit gibst, dann kannst du den Prozess auch genießen und tolle Ergebnisse liefern. Dann fließt alles: deine Gedanken, deine Ideen, die Bilder… und du fühlst dich gesegnet… Ist das nicht schön?
- Du hast eine starke Intuition – wenn du sie zulässt. Das ist wiederum sehr von deiner Erziehung abhängig. Welche Glaubenssätze prägen und steuern dein Leben? Manchmal verwechseln wir unsere eingrenzenden Glaubenssätze mit der Intuition. In diesem Fall musst du genau hinschauen. Es ist in deinem Interesse dich, dein inneres Kind und deinen inneren Erwachsenen, deine inneren Sehnsüchte und Träume gut zu kennen.
Die Liste ist nicht vollständig, aber für heute reicht es gewiss.
Kurz gesagt – deine Hochsensibilität, die ich gerne auch Feinfühligkeit nenne, ist ein roher Diamant, ein großes Geschenk. Entscheidend ist – was wir daraus machen.
Das ist natürlich die positive Seite. Es gibt eine herausfordernde Seite, auf die du Rücksicht nehmen musst. Schau bitte dafür meine Blogbeiträge zum Thema an: gib im Suchfeld den Begriff: Hochsensibilität oder Feinfühligkeit ein.
Wenn du an meinen Themen interessierst bist, verbinde dich mit mir indem du meinen Infoletter abonnierst: du bekommst ca. zweimal im Monat meine berufliche Erfahrung in Blogbeiträgen präsentiert und auch Einladungen zu Vorträgen in meiner Praxis.
Meine Empfehlung: an erster Stelle verbinde dich mit deinen Gaben, fokussiere dich auf die Eigenschaften, die dir Kraft geben, deinen Selbstwert festigen, dich innerlich aufrichten und aufbauen.
Deine innere Einstellung, dein Fokus entscheiden ob die Eigenschaft „Hochsensibilität“ für dich ein Fluch oder ein Segen ist. Entscheide dich klar für die zweite Option. Mache dadurch dein Leben schöner, freier, harmonischer, erfolgreicher. Es ist möglich – Ich weiß wovon ich spreche! Alles worüber ich schreibe, sind nicht nur meine beruflichen Erfahrungen und Beobachtungen sondern meine eigene Geschichte als hochsensible Person.
Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Wege!
Herzlichst, Nana
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von Nana Schewski | 13.10.2019 | Mindset, Persönlichkeitsentwicklung
Der Dauerregen ist ein Thema im hohen Norden. Jetzt während ich diese Zeilen schreibe, regnet es schon seit einer Woche. Meine Dahlien sehen schon wie begossene Pudel aus. Schietwetter – sagen die Menschen hier – wirke auf die Stimmung. Nun diesmal ist es wirklich nicht dramatisch – noch keine Kälte und kein peitschender Wind, aber der Himmel ist grau, die Ostsee ist grau. Wie willst du da Freude zaubern? – fragen sich viele.
Unsere Gedanken/Erwartungen/Worte kreieren unsere täglichen Erfahrungen und somit unser Leben. Nun das ist nichts Neues. Obwohl wir dieses Wissen haben, sind wir oft Gefangene unserer defizitären Gedanken/Worte. Das läuft oft unbewusst, deswegen bleibt es meistens auch unbemerkt. Es sei denn, du bist sehr achtsam oder hast das Glück von jemandem eine Rückmeldung zu bekommen.
Mir ist nach Jahren klar geworden, dass ich z.B. dazu neige, das Wetter während einer regnerischen Periode in Flensburg im Gespräch mit meinen Freunden im Süden zu beklagen.
Ist dies für meine Stimmung oder für irgendetwas hilfreich? Nein! Also habe ich beschlossen, den Regen und das stürmische Wetter zu lieben.
Ich habe zuerst aufgelistet welche lebensnotwendigen und lebensbejahenden Vorteile der Regen hat.
- Er versorgt uns und erhält uns am Leben
- Reinigt die Luft und die Umgebung
- Die Pflanzenwelt bleibt auch im Sommer grün und schön
- Ich brauche meinen wunderschönen Garten nicht oft zu wässern. Als ich es doch für einige Wochen musste, habe ich deutlich gemerkt, was für eine Belastung es ist jeden Abend den Wasserschlauch von einer Ecke zur anderen zu schieben.
- Wir haben genug Wasser und somit bleiben uns die Sorgen erspart, die südliche Länder oft prägen
- Die hohe Luftfeuchtigkeit ist gut für die Haut
Diese Liste ist sicher nicht vollständig…
Außerdem liebe ich Flensburg, mein Haus, meinen Garten. Und der Regen liebt Flensburg. Und das war immer so, ich kam vor 24 Jahren hierher. Es ist einfach besser, wenn ich mit dem Regen ein zumindest freundschaftliches Verhältnis pflege.
Sonst besteht die Gefahr, dass ich beim Dauerregen in eine Opferhaltung oder zumindest in eine defizitäre Haltung hineingerate. Das ist keine tolle Haltung und raubt mir meine wertvolle Energie und Stimmung. Ich werde schließlich nicht gezwungen in Flensburg zu wohnen, das mache ich ja freiwillig. Und wenn dieser Regen Flensburg schon vor mir treu liebte, wäre es doch in meinem Interesse ihn auch zu lieben.
- Schließlich habe ich keine großen Nachteile durch den Regen. Wenn ich richtig angezogen bin, kann ich jederzeit raus
- Ich kann gerne und konzentriert arbeiten, ich verpasse draußen ja nichts
- Ich kann mit Lichtern und Kerzen eine gemütliche Atmosphäre schaffen
- Ich kann meditieren und meine innere Sonne scheinen lassen
Es gibt wahrlich keinen Grund den Regen nicht zu lieben. Als wir wochenlang Sonnenschein hatten, war das einerseits wirklich sehr toll, anderseits hatte ich es schwer gehabt mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.
Also habe ich beschlossen den Regen aufrichtig zu lieben. Um diese noch zarte Liebe zu festigen, habe ich jeden Morgen die Liebeserklärung ausgesprochen und mir all seine erwähnten Vorteile vor mein geistiges Auge geführt. Und das mindestens 21 Tage lang.
Sollte die frische Liebe noch klitzeklein wackelig sein, sollte man dieses tägliche Ritual bis zu drei Monaten verlängern.
Was geht jetzt in deinem Kopf vor, wenn du diese Geschichte liest? Muss so viel Aufwand sein? Geht es vielleicht einfacher? Nein! Mit dieser Prozedur trete ich in den Dialog mit mir selbst. Ich erzähle mir eine Geschichte, die den Regen nicht mehr lästig sondern liebenswert macht.
In vielen Bereichen erzählen wir uns eher energieraubende Geschichten: über Stau auf unseren Straßen, über Verspätungen, über nervige Kollegen und Verwandte, über Anstrengungen, Krankheiten, Müdigkeit, Ängste, Sorgen… kein Mensch ist davon frei. Und all das entspricht der Realität. Nur, mit diesem Fokus, mit diesen Gedanken, ob sie still oder laut sind, fördern wir diese unerwünschte Realität gerade und verderben dabei unsere Stimmung.
Mit unserem Fokus fördern wir oft die Realität, die wir eigentlich nicht haben wollen.
Wenn wir etwas nicht vermeiden können, ist es in unserem Interesse, einen positiven Aspekt darin zu finden, damit wir etwas nicht mit Widerwillen tun. Denn, dann sind wir im inneren Konflikt.
Ich sage nicht dass wir Probleme verleugnen sollen! Nein, sie müssen gelöst werden. Aber nicht immer ist es möglich, oder nicht sofort möglich. Dann wäre es für unser liebeswertes Leben sehr gut, wenn wir unseren Fokus auf einige positive Komponenten legen.
Nach meinem Studium habe ich für eine Weiterbildungsschule gearbeitet. Ich hatte mein Bestes gegeben qualitativ hochwertige Seminare abzuliefern. Ganze Abende saß ich bis in die späte Nacht und bereitete mich vor, um dann am nächsten Morgen um 6:00 Uhr aufzustehen, mein Kind fertig für die Schule zu machen und um kurz nach 7:00 Uhr auf dem Weg zur Arbeit zu sein. Die Bezahlung damals war miserable. Alle pädagogischen Kräfte wurden schlecht bezahlt. Es war ein großes Thema unter uns! Ein sehr unangenehmes Thema!
Oft bin ich erschöpft nach Hause gefahren und wenn mir dann dabei die Höhe meiner Bezahlung noch einfiel, habe ich mich sehr unwohl und ausgenutzt gefühlt. Damals wusste ich nicht so viel wie jetzt. Aber ich erinnere mich, dass ich einmal beschlossen habe, die unerträglichen Gedanken wegzudrängen und mich damit zu trösten, dass ich sehr gute Rückmeldungen von allen Seiten bekam. Ich sagte mir: das mit der Bezahlung ist vorübergehend. Du sammelst wertvolle Erfahrungen und festigst dein Image. So konnte ich meine Stimmung retten und mich auf meine berufliche Entwicklung konzentrieren. Das hat sich wirklich gelohnt.
Unser Gehirn glaubt uns, wenn wir ihm Bilder präsentieren. Diese Bilder können und dürfen auch mit unserer Vorstellungskraft visualisiert werden.
Stelle dir eine Gewaltszene aus einem Horrorfilm vor und beobachte was sie mit dir/deiner Energie macht. Unser Körper vergisst nichts: negative Gedanken und Emotionen verursachen Spannungen, die unsere Stimmung beeinflussen und auf Dauer unsere Gesundheit schädigen.
Sehr oft ist das negative Gedanken-Muster vom Elternhaus übernommen. Selbstverständlich hatte dies Gründe gehabt. Meine Mutter erzählte oft endlos traurige Geschichten. Diese Geschichten haben auf uns Kinder ihre Wirkung gehabt. Es war für mich sehr schwer, immer wieder diese Geschichten zu hören. Damals fühlte ich mich als Kind hilflos und unglücklich. Die Beteiligten in diesen Geschichten waren meine Oma, meine Onkel und meine Mutter. Ich konnte ihnen nicht helfen – wie hätte ich nicht traurig sein können. Später versuchte ich lange Jahre meine Mutter glücklich zu machen, bis ich verstanden habe, dass Freude und Glücksgefühle nur von innen kommen können. Leider konnte sie aus ihrer traurigen Familiengeschichte nicht aussteigen.
Es ist aber möglich dass wir belastende Geschichten neubewerten, alte Rollen ablegen und uns eine neue Geschichte erzählen. Das ist das Beispiel mit dem Regen.
Solange diese Geschichte nicht tragisch und tiefgreifend ist, können wir uns Selbsthilfe leisten, indem wir zuerst versuchen auf das gesprochen Wort zu achten.
Ich liebe es…, ich finde es spannend…, ich finde es toll…, ich finde es aufregend…, ich finde es zauberhaft…, ich finde es magisch…, es fordert mich heraus…, ich entscheide…, ich finde gut…, ich habe es ausgewählt…
Es ist in meinem Interesse, dieses oder jenes mit positiven Gedanken und Gefühlen zu tun!
Statt…
Es ist so anstrengend…, unerträglich…, hart…, das macht mich irre…, ich kann nicht mehr…, ich hasse es…, ich könnte…, lieber sterbe ich…, die Welt um mich herum ist ungerecht…, so viele rücksichtlose Menschen/Autofahrer unterwegs… etc.
Mit den negativen dramatischen Worten kreieren wir unsere Realität. Um aus dieser Realität auszusteigen müssen wir unsere Gedanken und Worte entsprechend ändern.
Deine Gedanken und Gefühle bekommst du wie ein Echo zurück.
Also wie fängst du den Tag an? Mit welchem Gefühl und Vertrauen blickst du dein Tagesvorhaben an? Was denkst du über deine Arbeit, Kollegen, Nachbarn, allgemein über die Welt und deine Mitmenschen?
Neulich erzählte mir eine Nachbarin, dass ihr Mann vor Monaten eine ganz schlimme Diagnose bekommen hätte, er hätte die Krankheit jedoch wie ein Wunder gut überstanden. Oh wie schön – sagte ich. Sie fuhr mit einer besorgten Miene weiter: die Zeit sei für sie so schlimm gewesen, außerdem hätte sie ihre schon längst geplante Reise absagen müssen. Ich glaubte meinen Ohren nicht und sagte: Schauen Sie mal, diese Krankheit hat so viele prominente Opfer und ist eigentlich eine schnelle Todesdiagnose. Sie haben mehr Glück als mit einem Lottogewinn gehabt. Seien Sie lieber froh und dankbar statt diesen ein paar hundert Euro nachzutrauern. Die Reise können Sie doch nachholen. Ja, das hat sie auch vor und sie sei auch dankbar – sagte sie mit der gleichen besorgten Haltung, die für mich eindeutig einen Defizit-Modus verkörperte.
Mit unseren Gedanken kreieren wir weiterhin Ereignisse, die uns diesen Defizit-Modus bestätigen. Wir füttern unser Bewusstsein mit negativen Inhalten. So schaffen wir andauernd negative Bilder im Kopf. Sie verschmelzen mit vorhandenen Glaubenssätzen und bestärken sie oder sie werden zu neuen Glaubenssätzen.
Unsere Glaubenssätze bestimmen unsere tägliche Stimmung, unseren Erfolg, unser Leben.
Also ist es in unserem Interesse, dass wir unsere Gedanken, Worte, Bilder beobachten. Sorge dafür dass sie dir dienlich sind, dass sie dir täglich positive Stimmung und Vertrauen bescheren. Wir sind auf diesem wunderschönen Planeten für eine begrenzte Zeit und lieber stellen wir uns möglichst oft auf die Sonnenseite.
Das ist nur mit unseren inneren Bildern und Überzeugungen möglich.
Das sei uns allen gegönnt.
Herzlichst, Nana
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von Nana Schewski | 14.08.2019 | Ich-Stärkung, Persönlichkeitsentwicklung
Wann werden wir daran gehindert unser Wunschleben zu leben? Dann, wenn wir gedanklich und vor allem emotional im alten Gedanken- und Reaktionsmuster stecken bleiben. Dieses alte Muster erlaubt uns keine Veränderungen.
Mir haben viele Menschen gesagt, dass auch dann, wenn bei ihnen im äußeren Leben alles nach Wunschleben aussieht, sie trotzdem die ersehnte Freude und Zufriedenheit nicht erleben und leben können.
„Ich habe alles, aber fühle mich schwer, leer, kraftlos, lustlos…“
Solange wir für diese äußere Fülle kämpfen und ackern, glauben wir aufrichtig, dass unsere innere Stimmung ihr irgendwann folgt.
Irgendwann stellen wir fest, dass unsere finanzielle Existenz gesichert ist, unsere Familie sich wohlfühlt, wir aber noch nicht…noch lange nicht…
Warum ?
Weil wir in unserem alten Gedanken- und Gefühlsmuster stecken bleiben. Und dieses Muster tut uns anscheinend nicht gut. Sonst wären wir rundum zufrieden.
Noch schlimmer kommt es, wenn wir eine unbewusste Sucht nach Gedanken und Gefühlen haben, die diese innere Unzufriedenheit verursachen oder verstärken.
Ja, es gibt die Sucht nach schlechter Laune, Ärger, Streit, Grübeln. Es gibt sogar ein vielsagendes Wort: streitsüchtig. Wie tiefgehend und weise die deutsche Sprache doch ist!
Ich suhle mich in meinem Ärger sodass, selbst wenn alles geklärt ist, ich da ungerne herauskomme – ähnliche Sätze habe ich auch gehört und diese Zustände beobachtet.
Woher kommt diese Sucht?
Ärger, Wut, Zorn etc. verschaffen uns dank der Stresshormon-Ausschüttung Energie. Kennst du das? Du bist wütend und du spürst deine Energie wie ein Vulkan in dir nach oben kommen?
Wenn deine Lebensumstände dich oft in solche Situationen gebracht haben, wird sich dein Körper an diesen negativen Energieschub gewöhnen und immer wieder danach streben. Eine ausgeglichene Harmoniestimmung wird auf Dauer als Trägheit oder langweilig empfunden. Das alles läuft oft so unbewusst, dass manche der Betroffenen sich sogar eher als harmoniebedürftig bezeichnen.
Ich persönlich kenne viele Menschen mit dieser Eigenschaft. Sowohl in meinem Heimatland als auch hier gibt es viele Menschen, die eine gewisse Sucht nach negativen Gefühlszuständen haben. Und hier gilt: wer suchet, der findet…
Wenn diese Menschen ernsthafte Probleme haben, dann betrachten sie diese negativen Dauerzustände als berechtigt. Schwieriger wird es, wenn diese Probleme plötzlich geregelt sind: die Zufriedenheit tritt trotzdem nicht ein.
Der Kampfgeist wird dann oft durch Langweile ersetzt und diese Langweile ist für diese Menschen noch schwerer zu ertragen! Sie tun jetzt (unbewusst) alles um den nächsten Energieschub zu bekommen.
Beobachte einmal um dich herum: Andere Menschen zu beobachten ist einfacher als sich an die eigene Nase zu fassen. Kommen dir die Beschreibungen hier bekannt vor? Kannst du diese Beschreibungen leicht bei anderen Menschen identifizieren? Dann hast du mit großer Wahrscheinlichkeit diese Eigenschaft in dir oder sie ist dir aus deinem familiären Kreis gut vertraut.
Wozu soll dir diese Information hilfreich sein? Das ist eine Einladung, dass du dich, deine innere Welt besser kennenlernst und dein Leben nicht von Ereignissen dominieren lässt, die längst Vergangenheit sind.
Vor einigen Monaten schrieb ich einen Blogartikel darüber, wie wir uns vor unnötigem Ärger und den damit verbundenen negativen Folgen schützen können. Meine Absicht war es, meine Leser darauf aufmerksam zu machen, dass der Ärger oft durch unsere negativen Glaubenssätze bedingt ist und wenn wir sie uns bewusst machen und verändern, werden wir dem ständigen unnötigen Ärger nicht mehr hilflos ausgeliefert sein. Dazu schrieb ich noch diesen Satz: „Durch diese Transformation wirst du nicht etwa gefühllos. Keine Sorge – du wirst dich weiter ärgern können“.
Ich habe die E-Mails an meinen Abonnenten an einem Feiertag versendet. Es dauerte vielleicht 10 Minuten bis ich eine prompte Antwort bekam. Als ich die Betreff-Zeile gesehen habe, war ich zuerst erfreut– das ist wieder jemand, der mir eine Dankesmail schickt – wie schön! Nein – diesmal nicht!
Der Abonent belehrte mich, dass es äußerst wichtig sei, sich zu ärgern. Wir seien Menschen, keine Maschinen – „Gerade bei Menschen in Opferhaltung ist es wichtig sich zu ärgern. Wut ist ein enormer Energielieferant und gehört als Gefühl zum Menschen dazu. Wir sollten unseren Gefühlen mehr Ausdruck verleihen, für ein lebendiges Leben! Alles andere wäre trist und fad“.
Ich habe keine persönliche Antwort geschrieben, weil ich den Eindruck hatte, dass meine E-Mail nicht richtig gelesen wurde und sie jemandem in diesem Moment als Blitzableiter diente. Ich schrieb auch nirgendwo, dass wir uns nicht mehr ärgern sollten, sondern nicht mehr unbewusst und unnötig aus dem alten Glaubenssätze-Muster heraus. Aber ich fand diese Rückmeldung ein gutes Beispiel dafür, wie hormongesteuert wir oft reagieren und aneinander vorbei reden, sogar einander unbegründete Vorwürfe machen.
Stresshormon-Ausschüttungen kommen durch negative Gefühle zustande. Irgendwann werden sie so verinnerlicht, dass man sie als berechtigt ansieht. Dabei entsteht eine Abhängigkeit von den dadurch erzeugten Energieschüben.
Ich strebe mit meinem Coaching einen bewussten Umgang mit der inneren Welt an. Weil er in unserem Interesse ist. Weil er unserer Gesundheit dienlich ist. Weil es unsere Beziehungen schützt und pflegt… weil er die Welt in uns und um uns herum schöner, angenehmer und reicher macht.
Ist es schön mit Menschen zusammenzuleben oder zu arbeiten, die ein stetes Verlangen nach Ärger, Opferhaltung oder Kampfhaltung haben? Für mich nicht! Jeder von uns darf das entscheiden.
Beobachtungen in sozialen Netzwerken geben mir Beispiele dafür, wie viele Menschen in ihren negativen inneren Mustern feststecken und aus diesen Mustern heraus ganz laut nach einer schönen harmonischen Welt verlangen. Neulich habe ich einen Post einer bekannten Fernsehmoderatorin gesehen, ich konnte den Post nicht bis zu Ende lesen – es war ein langer Text voller negativen Gedanken, Anschuldigungen, Schimpfwörter-Andeutungen. Eine bessere Welt zu kreieren funktioniert so nicht!
Zuerst verändere deine innere Welt bevor du anfängst deine äußere Welt zu verändern – nicht die Fassade, sondern deine Gedanken, deine Gefühle, deine Glaubenssätze. Lerne dich kennen, mach dir dein unbewusstes Reaktionsmuster bewusst, damit du deine Handlungen/Reaktionen und somit dein Leben selber gestalten kannst. Das tust du, wenn du deine Glaubenssätze kennst und sie bewusst bejahst.
Und dann je nach Situation ärgere dich, freue dich, lebe deine Emotionen als ein/e Gestalter/in deines Lebens und nicht als Opfer der Umstände der Vergangenheit/Sozialisation.
Das sei uns allen gegönnt.
Herzlichst, Nana
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Dieser Artikel passt zum Thema: ⇒Raus aus dem Ärger-Tal
von Nana Schewski | 07.08.2019 | Ich-Stärkung, Persönlichkeitsentwicklung
Warte nicht bis irgendwelche Umstände dein Leben verändern, sondern gestalte es selbstwirksam.
Mit meinem Coaching führe ich meine Klienten zu innerer Klarheit und Selbstwirksamkeit. Wenn du etwas in deinem Leben verändern willst, dann musst du etwas in dir ändern, damit sich die Gesamtsituation um dich herum ändert.
Jede Veränderung beginnt mit uns selbst und in uns. Nach dieser Erkenntnis kommt das Formulieren und Festlegen eines klaren Zieles und dann wird an dem Prozess gearbeitet. Es wird genau hingeschaut, was genau geändert werden muss um das Ziel zu erreichen und somit haben wir Klarheit. Wenn wir dann im Prozess Ausdauer beweisen und Erfolg haben, können wir mit Stolz behaupten, wir hätten unser Leben selbstwirksam geändert.
Selbstwirksam – so ein tolles Wort – selbsterklärend! Eigentlich bräuchten wir die oben aufgeführten Erklärungen gar nicht.
Selbstwirksam – so ein starkes Wort! Wenn du einmal selbstwirksam deinem Leben eine erwünschte Richtung gegeben hast, dann bist du enorm gestärkt und aufgebaut. Dann bist du bei allen auftretenden Herausforderungen stark genug und voller Vertrauen, dass du alles geregelt bekommst.
Manchmal passiert es, dass man das Leben verändern/verbessern möchte – aber ohne diese o.g. Klarheit. „Ich habe alles, aber fühle mich nicht gut, leer, elend“ – wie oft habe ich das gehört.
Ich bin nicht dafür, dass wir in unserer Vergangenheit viel wühlen. Wenn wir von belastenden Ereignissen berichten, dann holen wir diese Bilder vor unser geistiges Auge und belasten uns noch stärker. Daher lasse ich meine Klienten keine ausführlichen Leidensgeschichten erzählen. Das kostet Zeit und bringt uns nicht voran – vor Jahren habe eine Dame in der Praxis gehabt, wenn ich es zugelassen hätte, dann hätte sie volle zwei Stunden ununterbrochen und wiederholt über einen Streit erzählt.
Vergangenheit kann für mich nur angesprochen werden, wenn es dem Ziel dient: Wenn wir mit dem inneren Kind arbeiten, wenn wir unsere negativen Glaubenssätze für die o.g. Klarheit herausfiltern und in der Hypnose, wenn wir unsere Blockaden in der Tiefe lösen.
So ganz ohne Schmerzen geht es nicht – wasch mich aber mach mich nicht nass – funktioniert eben nicht!
Wir selber betrachten unsere eigenen Probleme oft oberflächlich – ich habe es auch lange Zeit getan. Wenn wir ein ernsthaftes Problem haben, das mit unseren in der Kindheit gefestigten Glaubenssätzen zu tun hat, dann sind Yoga, Meditationen etc. sehr unterstützend aber sie lösen das Problem nicht!
Viele beklagen sich über Stimmungsschwankungen, Unwohlsein etc. und glauben, dass diese das Problem sind. Viele Menschen wehren sich unbewusst dagegen, das Problem hinter dem Problem zu sehen. Das Ego erlaubt uns oft nicht Hilfe zu holen. Besonders in einem bestimmten Alter wollen wir stark und allwissend sein – wir haben viele Probleme im Leben gelöst, warum nicht auch dieses? Aber Arbeit mit sich selbst verlangt viel mehr als festen Willen und Fleiß.
Warum Klarheit so wichtig ist und wie wir „betriebsblind“ gewisse Probleme jahrelang mitschleifen können, möchte ich mit einer Geschichte erklären. ⇓
„Mir wurde in meinem zarten Kindesalter sehr oft gesagt, dass ich älter als meine Geschwister bin und nachgeben muss. Dann bin ich ein gutes Mädchen. Ich erinnere mich an Einzelheiten nicht, aber den Satz: „gib doch nach, du bist älter“ – habe ich fest im Kopf.
Interessant ist hier, dass ich genau 1 Jahr und 9 Monate und 2 Jahre und 6 Monate älter bin als meine Geschwister. Wie du siehst, ist der Unterschied nicht sehr groß. Meine Mutter wollte uns sehr zusammenschweißen (wie sie sagte), deswegen musste ich stets nachgeben und später oft Verantwortung für die Geschwister übernehmen: Aufsätze schreiben, Nachhilfe geben etc.
Lange Zeit habe ich geglaubt, dass ich all das freiwillig und sogar mit Freude mache. Warum? Weil ich selber auch Initiativen gezeigt habe. Bevor man mich um etwas bat, war ich oft schon aktiv – ich dachte mit und voraus. Das Einzige: in meiner Studienzeit habe ich mich sehr dagegen gewährt, mit meiner Schwester zusammenzuleben, weil ich der Meinung war, dass unsere Charaktereigenschaften nicht gerade harmonierten. Aber die Familie und ihre Mentalität waren stärker.
Später ging es meinerseits mit finanziellen und anderen Zuwendungen weiter. Es war meine Mutter, die mir deren Wünsche übermittelte – also mussten sie noch nicht mal mit mir sprechen und mich um etwas bitten. Es war alles bestens geregelt.
So ging es weiter, die Rollen waren fest verteilt: ich – die fürsorgliche ältere Schwester für meine kleinen Geschwister (ich wiederhole: 1,9 und 2,6 Jahre Altersunterschied!). Es passierte dann einiges, das mich sehr gestört hatte, z.B. wurde mir nie gedankt. Ich habe es angesprochen, und stieß auf volles Unverständnis: bedanken? wofür? Es schien für sie alles so selbstverständlich…Als hätte ich nur Pflichten und sie nur Rechte – es wurde immer weniger Interesse an mir/an meiner Familie gezeigt, geschweige denn eine Zuwendung.
Ich habe diese Entwicklung zwar registriert und mich geärgert, aber ich hatte Entschuldigungen für meine Geschwister gesucht. Vielleicht hatte der eine oder andere persönliche Probleme, von denen ich nichts wusste oder sogar eine Depression…
Ich sagte mir: das sei doch nicht normal, anscheinend geht es ihnen nicht gut. Während eines kurzen Aufenthaltes bei meinen Eltern musste ich mit Erstaunen feststellen, dass sie wohl ihr soziales Leben sehr pflegten und sich gegenüber anderen Menschen am Ort sehr fürsorglich, helfend und freundlich zeigten. Einerseits erfreute mich diese Feststellung, meine kleinen Geschwister waren weder krank noch irgendwie bedürftig. Ich musste mir aber schmerzhaft eingestehen, dass die Probleme eindeutig an unserer Beziehung lagen. Warum? Ich hatte keine Ahnung. Ich zog mich und auch meine Zuwendung Stück für Stück zurück. Einige Versuche darüber zu sprechen, haben noch mehr Spannungen gebracht und ich sah keinen anderen Weg als auf Distanz zu gehen…
Ich habe mich später gefragt, wie ich so lange Zeit verblendet sein konnte? Ich halte mich für einen guten Beobachter. Ich habe mich Jahrelang mit meiner Kindheit und Familie beschäftigt. Aber es waren andere Themen aktueller und irgendwie sichtbarer…
Ich merkte nicht, dass ich im Laufe der Jahrzehnte in einer Rolle fest saß.
Kennst du die Geschichte des angeketteten Elefanten? Als er klein war, wurde er mit einem Seil an seinem Fuß am schweren Pfahl angekettet, so dass er sich in einem bestimmten Radius bewegen konnte. Jedes Mal wenn er versucht, diesen Radius zu erweitern, hielt ihn das Seil zurück. Um den Pfahl auszureißen war er noch zu klein… Er wächst, wird kräftig, aber er versucht nicht den Pfahl auszureißen und somit seine Freiheit zu bekommen. Er könnte es, tut es aber nicht…Er hat sich mit diesem Beweglichkeitsradius abgefunden…
Ja, ich war in so einer ähnlichen Rolle. Leider! Was hat mir die Augen geöffnet? Zuerst meine stetige persönliche Entwicklung und mein Mut und die Entscheidung, meine inneren Probleme anzugehen; natürlich auch meine dazugewonnene innere Stärke und am Ende das Internet und Mark Zuckerberg. Ja – mit Internet und Facebook wurde es leichter und kostenlos in der ganzen Welt zu telefonieren.
Mir war schon seit Langem aufgefallen, dass meine Familie sehr wenig Interesse mir gegenüber zeigte. Als ich einmal nachfragte, hieß es, die Anrufe seien sehr kostspielig.
Irgendwann war es nicht zu übersehen, dass ich trotz der kostenlosen Anrufmöglichkeiten keine Telefonate bekam.
Stattdessen bekam ich kurze unpersönliche Emails so ähnlich wie man früher Telegramme geschrieben hat, mit einem Hinweis (Keine Bitte) irgendetwas zu besorgen, dies mitzunehmen oder per Post zu verschicken.
Die Mosaiksteine drängten mich schon längst das ganze Bild zu betrachten – aber ich war nach wie vor verblendet. Mir ist zwar meine Misere bewusst geworden – (mein Elefant wusste schon, dass er durch das Seil eingeschränkt war), aber die treibende Kraft, um den Pfahl herauszureißen, hatte ich noch nicht.
Da ich mich in der letzten Zeit schon zurückgezogen und die meisten Initiativen eingestellt habe, führte dies zu nicht ausgesprochenen Spannungen. Ich spürte diese Feindseligkeit deutlich, ich war aber noch nicht bereit, radikal zu handeln. Es waren schließlich meine „kleinen“ Geschwister/ meine Familie und ich litt in dieser Zeit sehr. Später wusste ich, dass meine Hochsensibilität mein Leiden nur verstärkte. Ich konnte oft meine Gedanken trotz meiner lobenswerten Bemühungen nicht gut abstellen.
Da ich mich zurückzog, dachte ich, dass das Problem dadurch wenigstens oberflächlich geregelt sei. Aber dann kamen immer wieder Emails an: kurz, knapp, ohne Begrüßung: Dein Bruder braucht das, deine Eltern brauchen dies… eine andere Form der Beziehung – die ich von Anfang an mitmachte in der Hoffnung, es würde irgendwann doch Ruhe/Ende sein.
Eines Tages spätabends bekam ich eine Mail: Dort stand weder eine Begrüßung noch etwas persönliches. Das war meine Schwester, die wörtlich so schrieb: Wir brauchen… und dann folgten Links zu Amazon und andere Online-Händler.
Ich regte mich innerlich auf und beschloss kurzerhand diese E-Mail zu ignorieren. Ich achte nicht darauf –sagte ich mir und ging ins Bett. Am Morgen wurde ich durch Geräusche wach und ärgerte mich über einen rücksichtslosen Fahrer, der in unserer Sackgasse den Motor unnötig lange laufen ließ. Als ich zur Küche ging, habe ich festgestellt, dass kein Auto im Spiel war und die Geräusche nur in meinen Ohren waren.
Ich wusste plötzlich ganz genau warum!
Ich fuhr mit diesen Geräuschen verzweifelt zur Arbeit. Im Laufe des Tages habe ich alles verstanden und geplant. Ich stand am darauffolgenden Tag sehr früh auf, um mit meinem Bruder zu telefonieren und klar und bestimmt zu sagen, dass ich diese Emails nicht mehr bekommen wollte und dann ging ich zur Sprechstunde meiner Ärztin, die Homöopathie als Schwerpunkt hat. Ich erzählte ihr mein Problem und soweit ich mich erinnere, waren die Beschwerden zu meiner großen Freude schon nach dem ersten Behandlungsversuch weg!
Und ich habe mir Zeit genommen, um das ganze Bild zu sehen. Ich habe mich auf einer energetischen Ebene von meinen Geschwistern getrennt, beiden das Beste gewünscht und beide losgelassen. Ich muss gestehen, es fiel mir schwerer, meinen Bruder loszulassen. Das war ein Prozess und am Ende hatte ich endlich meinen Frieden. Ich habe alle Kontakte eingestellt: auf allen Ebenen und das war ein sehr befreiendes Gefühl. Es liest sich einfacher, als getan – zugegeben, du kannst nicht alles plötzlich loslassen, was jahrzehntelang dein Leben, deine Familie war. Aber es ist möglich! Ich komme aus einem südlichen ländlichen Raum, dort achtet man sehr darauf, was andere Leute sagen. Mich hat das alles geprägt. Aber am Ende war mir das so egal – und das hat mich auch sehr beflügelt.
Und es verging ein Jahr. Zu meinem Geburtstag bekam ich überraschend einen warmen Anruf von meinen Geschwistern. Ich habe nicht damit gerechnet. Es wäre schön, wenn sie irgendwann diese Rollen und ihre Ansprüche mir gegenüber begreifen, aber das ist deren Leben, deren Aufgabe, und ich bin glücklich, dass mich dies emotional nicht mehr in Anspruch nimmt. Ich bin aus der Rolle heraus! Und das ist toll!
Vielleicht denkst du jetzt: ach, das hätte mir nicht passieren können, wie ist sowas möglich. Ja ich habe auch früher diese Gedanken gegenüber Familiengeschichten anderer Menschen gehabt. Für unsere Angelegenheiten und Verstrickungen haben wir oft eine s.g. „Betriebsblindheit“, die es uns nicht erlaubt eine Vogelperspektive einzunehmen.
Über diese Geschichte hätte ich nicht erzählen können, wenn sie nicht bearbeitet wäre. Das ganze Bild zu sehen und die Ursprünge des Problems mit den dazugehörigen Glaubenssätzen zu lösen, hat meine Befreiung in diesem Fall möglich gemacht. Ich bin fest davon überzeugt, dass meine Ohrengeräusche nicht von selbst verschwunden wären.“
Wenn ein Problem in irgendeiner Form hoch drängt, greife es auf, tue alles, was in deiner Macht steht. Unser Körper gibt uns Signale/Zeichen, du musst aber achtsam sein, um sie wahrzunehmen und zu verstehen. Oft fällt es uns schwer genug Achtsamkeit zu üben, weil wir im Galopp sind, weil wir mitten drin im Bild sind und diese nötige Distanz nicht gewinnen können.
Dann hole dir Hilfe und schenke ihr Vertrauen und sei dankbar wenn du vorankommst.
Sei einfach selbstwirksam – es ist ein beflügelndes Gefühl! Sage zu diesem Prozess laut Ja! Wir alle sind es wert.
Herzlichst, Nana
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von Nana Schewski | 21.07.2019 | Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung
Warum ist für uns das Wissen über unsere mögliche Feinfühligkeit (Hochsensibilität) wichtig? Ganz einfach: Dann hast du viel mehr Klarheit und Verständnis für dich und für deine Umwelt. Du kannst Unannehmlichkeiten vorhersehen und deine Originalität in deinen Dienst stellen. Ist das wenig? Keinesfalls!
Ich gehe davon aus, dass du meinen ersten Beitrag über Hochsensibilität schon gelesen hast, wenn nicht – bitte hier lesen. Dort habe ich geschrieben, dass nach den bisherigen Forschungsergebnissen Feinfühligkeit angeboren zu sein scheint. Anscheinend werden von unserem Gehirn Reize von außen ungefiltert aufgenommen oder sie werden nicht gedämpft. Außerdem werden die aufgenommenen Reize viel tiefer und genauer bearbeitet als es bei anderen Menschen der Fall ist. Das bedeutet auch, dass hochsensible Menschen negative Ereignisse stärker und länger belasten.
Hochsensibilität ist eine Eigenschaft, die keine Behandlung oder Veränderung sondern Aufklärung und Akzeptanz braucht. Die Ausprägung kann jedoch unterschiedlich sein: von sehr schwach bis sehr stark. Die Hochsensibilität betrifft auch viele Männer, aber es wird seltener als bei Frauen thematisiert.
Für mich als Coach und für meine Klienten ist das Wissen über Hochsensibilität/ Feinfühligkeit sehr wichtig. Viele Klienten vermuten, dass in ihrer Kindheit vieles schief gegangen ist, sonst würden sie jetzt nicht so leiden. Viele haben, wenn wir in die Tiefe gehen, auch Angst davor, dort etwas zu entdecken, was zum Zusammenbruch ihrer Welt führen könnte.
Für diese Menschen bedeutet die Klarheit darüber, dass sie als Kinder mit „hauchdünner Haut“ zur Welt gekommen sind, schon eine enorme Erleichterung. Sie haben deswegen negative Geschehnisse viel intensiver aufgenommen als z.B. Geschwister, die diese Feinfühligkeit nicht hatten und entsprechend sind bei ihnen viel größere Schäden entstanden.
Kommt ein Kind mit dieser Originalität – Feinfühligkeit zur Welt und seine Eltern können aus welchen Gründen auch immer nicht auf diese Eigenschaft eingehen, so ist dann ein kindliches Drama schon vorprogrammiert. Das prägt und formt nicht nur die Kindheit, sondern wirkt stark in das Erwachsenenleben hinein.
Wenn dieses Kind als Erwachsener in meiner Praxis sitzt und wir ein Thema von ihm bearbeiten (ein schmerzhaftes Thema also! Wegen purer Freude kommt kein Mensch zu mir), dann kommen bei ihm viel intensivere Gefühle hoch als bei anderen Klienten. Selbst für den Abschluss einer Sitzung brauche ich bei den hochsensiblen Klienten mehr Zeit. Wenn deren innerer See einmal richtig aufgewühlt ist, dauert es viel länger als bei anderen Klienten, bis wieder Stille eingekehrt ist.
Und zusätzlich – dauert es länger bis wir die gewünschten Ergebnisse haben. Aber wenn wir sie haben – können sie sich sehen lassen.
Neulich habe ich eine Dankesmail bekommen von einem Klienten, der vor 3 Jahren meine Praxis aufsuchte. Wir hatten eigentlich ein mit dem Beruf zusammenhängendes Thema, landeten aber schnell in seiner Kindheit. Nach einiger Zeit haben wir auf seinen Wunsch das Coaching abgeschlossen. Nun schrieb er in seiner Email, dass jetzt – nach 3 Jahren nicht nur sein damaliges berufliches Ziel erreicht worden sei, sondern das Erreichte hätte seine Erwartungen weit übertroffen. Er hat Zeit gebraucht – bei den Hochsensiblen sind die Prozesse langsamer, weil sie intensiver sind, aber die Ergebnisse sind auch oft tiefgreifender.
Lass uns ein paar Schritte zurück gehen um das Mosaikbild besser wahrnehmen zu können.
Zunächst – was bedeuten dir Glück und Erfolg? Für mich ist es an erster Stelle eine gewisse Grundharmonie und Stabilität (Stärke) in mir zu spüren, das Gefühl zu haben, dass mein Innenleben stimmig und sinnhaft ist. Dann gestaltet sich im Außenleben auch vieles zu meiner Zufriedenheit.
Was du im Inneren spürst, das strahlst du auch nach außen. Menschen um dich herum haben feine Antennen dafür.
Um diesen Zustand zu erreichen musst du dein inneres Ich akzeptieren, respektieren und lieben können.
Akzeptieren ja, respektieren und lieben tue ich noch nicht – sagte mir eine Frau, die Pflichtbewusstsein verkörperte und sich unermüdliche Mühe gab, allen Menschen etwas Gutes zu tun. Merkst du hier schon etwas? Wenn Menschen ihre Selbstliebe und Selbstachtung nicht aus ihrem Inneren schöpfen können, dann sind sie dringend davon abhängig, stets hinter anderen Menschen herzulaufen und Ihnen auch mal ungefragt etwas Gutes zu tun mit der oft unbewussten Absicht, sich selbst innerlich aufzuwerten.
Vor vielen Jahren nach meiner zweijährigen Coaching-Ausbildung war ich in einer Coaching-Übungs-Gruppe. Wir haben einander gecoacht und dies dabei von anderen beobachten und auch analysieren lassen. Ich hatte einmal eine junge Frau vor mir: sie hatte schon wieder eine Probezeit nicht überstanden. Jobs bekam sie schnell, aber sie zu behalten gelang ihr nicht. Fachlich war sie gut ausgebildet. Daher verstand sie nicht, wo das Problem lag. Sie hatte auch Schwierigkeiten gehabt, genau hinzuschauen und ihren eigenen Anteil an den gescheiterten Arbeitsverhältnissen zu erkennen. Auf meine sanften Versuche sie zum genauen Betrachten ihres Problems zu lenken, reagierte sie mit einer fast stürmischen Gegenoffensive: sie würde sich gar nicht mehr bewerben wollen, sondern einen Verein gründen, um die Benachteiligten der Gesellschaft wie z.B. Ausländern unter die Arme zu greifen, es gäbe schließlich viele Menschen, die ihres Engagements bedürften, sie könne so viel bewirken usw. Sie steigerte sich emotional hinein…
Ich weiß nicht was aus ihrem Vorhaben geworden ist, ich habe diese junge Dame nicht mehr gesehen, aber viele Menschen verlagern ihre ungelösten Probleme nach außen. In sich hineinzuhorchen und auch Hilfe zu holen, bedarf Mut und Entschlossenheit. Es ist einfacher die ganze Kraft und oft unterschwellige Wut und Frustration in einer Richtung zu kanalisieren, um die Anerkennung, die nicht von Innen kommt, in der Außenwelt zu kreieren. Die inneren Probleme werden dadurch nicht gelöst. Sie wirken weiter wie die Glut unter der Asche – wir verbrennen darin unsere innere Stimmung und auch oft unsere Gesundheit.
Rette dich zuerst selbst, bevor du anfängst andere Menschen retten zu wollen!
Hilf dir/hole dir zuerst Hilfe bevor du anfängst anderen helfen zu wollen!
Also schau genau hin – wie feinfühlig bist du? Im vorherigen Artikel habe ich 14 Punkte zur Hochsensibilität/Feinfühligkeit aus meiner Praxiserfahrung aufgezählt. Wie viele Punkte hast du bejaht? Es gibt noch viel mehr Anhaltspunkte, die ich Stück für Stück thematisieren werde.
Für heute mache dir bitte Gedanken über die folgenden Punkte – wieweit sprechen sie dich an?
- Wenn du hochsensibel bist, dann richtet sich deine innere Kraft nach deinem inneren Empfinden.
Lass mich genauer erklären: angenommen dir geht es nicht gut, du spürst dich ausgelaugt, müde, lustlos. Deine Stimmung ist ganz unten und du weißt nicht warum. Du hast an diesem Tag nicht viel Arbeit geschafft und du bist im Moment richtig verzweifelt. Und du bekommst unerwartet Besuch oder ein Telefonat (egal ob Büro oder Zuhause), der/das dir etwas Wichtiges mitzuteilen hat. Von dir wird eine gewisse Handlung/Reaktion erwartet. Dann bekommst du plötzlich einen Energieschub, deine Müdigkeit und schwere Stimmung sind wie vom Winde verweht.
Wenn du dir vorstellst dich aus einer Vogelperspektive in dieser Stunde beobachten zu können, dann wirst du feststellen, dass du in der Lage warst aus einem Energie-Tief zu einem Energie-Hoch zu wechseln.
- Deine Hochsensibilität hat zur Folge, dass du über vieles länger grübelst, als es dir gut tut. Du hast eine Auseinandersetzung in der Familie, Nachbarschaft, Arbeit? Alles geklärt und gehört zur Vergangenheit? Nicht so leicht bei dir, wenn du hochsensibel bist. Du sehnst dich selten nach Rache, aber schnell vergessen kannst du auch nicht. Vielleicht ärgerst du dich darüber, dass du dein Gedankenkarussell nicht abstellen kannst. Das verschlechtert leider nur deine Stimmung.
- Hochsensibilität/ Feinfühligkeit bedeutet, dass sowohl positive als auch negative Wahrnehmungen die tiefen Schichten deines Unbewussten erreichen und sie dort Verknüpfungen finden, die dir gar nicht bewusst sind. Daher weißt du manchmal selber nicht, warum deine Stimmung/Reaktion so ist. Du zweifelst manchmal auch an deinem Verstand, wenn du keine logische Erklärung für deine Stimmung hast.
Lass mich an dieser Stelle klarstellen: Wenn für dich klar ist, dass du feinfühlig bist und du Bescheid weißt, dass diese Feinfühligkeit angeboren und nicht erworben ist, kannst du sie wie deine Augenfarbe leichter akzeptieren. Du hast es und basta. Das bedeutet, keine Schuldzuweisungen und Opferrolle. Niemand hat dir diese Hochsensibilität aufgezwungen und sie ist wahrlich keine Tragödie sondern eine Originalität, die zwei Seiten hat. Wenn du lernst damit umzugehen, nimmst du eher ihre positive gewinnbringende Seite wahr. Und genau das übe ich mit meinen Klienten.
Unser Ziel ist es, von der Defizithaltung zur Fülle-Haltung (Profit-Haltung oder nenne es wie du möchtest) zu wechseln. Unser Fokus sollte auf positive Inhalte gelenkt werden. Wenn wir dies schaffen, dann leistet unsere Feinfühligkeit uns große Hilfe, weil positive Wahrnehmungen/Gefühle auch tiefer und länger wirken können.
Ich integriere/berücksichtige Hochsensibilität/ Feinfühligkeit meiner Klienten bei meiner Arbeit. Das bedeutet aber nicht, dass diese Menschen in Watte gepackt werden. Dieses Wissen hilft uns die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen.
Und was sind unsere Basis-Ziele? Klarheit, innere Stimmigkeit und inneres Wohlbefinden. Das Wissen über Hochsensibilität/Feinfühligkeit hilft uns Klarheit zu bekommen und macht hochsensiblen Personen die weiteren Schritte möglich.
Das sei uns allen gegönnt.
Herzlichst, Nana
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